Manchmal gibt es Abende, an denen spürbar wird, dass sich auf Sylt der Wind dreht…
so ein Abend war die Bauausschusssitzung am Montag 10.11.2025. Die Mitglieder mussten unter Anwesenheit von Kreisbaudirektor Burghard Jansen die erheblichen Einwände gegenüber dem B-Plan 28 Änderungsentwurf für das Wohngebiet in Westerland zur Kenntnis nehmen. Der Planentwurf war zuvor auch schon von der Landesplanung/Kiel in ähnlicher Weise klar angemahnt worden – alle Punkte unterstützen, die ausgearbeiteten Punkte unseres Bürgernetzwerkes. So kam manch ein Mitglied der Mehrheitsfraktionen langsam ins Grübeln.
Hier der ganze Abend als Youtube Video
Ein weiterer Abend war das „Forum Sylt“, von den Sylter Unternehmern am Dienstag 11.11.2025 in Wenningstedt. Mehr als 250 Menschen füllten den Saal – viele von ihnen hätten dem Bürgernetzwerk unter anderen Umständen vermutlich nie zugehört. Doch wir waren diesmal zu einem Gastvortrag eingeladen, der von birte ausgeführt wurde und gerade deshalb war dieser Abend so wertvoll.
Ein starker Auftritt für unser gemeinsames Anliegen.
Wir hatten die Chance, unser gesellschaftliches Leitbild und unsere Analyse der Sylter Entwicklung aus den letzten fünf Jahren vor einem großen Publikum klarzustellen – und wir haben diese Chance genutzt.
Der Vortrag von Birte Wieda stellte deutlich heraus, warum Sylt in eine Funktionskrise geraten ist, welche Interessen lange Zeit im Vordergrund standen und warum es jetzt Mut, Klarheit und langfristige Verantwortung braucht, um den Lebensraum zu schützen, der uns allen am Herzen liegt.
Die Reaktionen im Saal waren aufmerksam, offen und vielfach unterstützend. Viele Besucherinnen und Besucher kamen im Anschluss auf Birte Wieda zu – mit Fragen, Zustimmung oder schlicht Dank dafür, dass endlich jemand ausspricht, was so viele seit Jahren empfinden.
Drei gute Nachrichten – und eine schwierige
Wie im Vortrag dargestellt, gab es drei zentrale positive Botschaften:
– Es gibt genug Wohnraum – er wird nur falsch genutzt.
Der Missbrauch von Ferienwohnungen und die jahrelange Vernachlässigung der Bauleitplanung wurden klar angesprochen.
– Wir können die Nutzung noch ordnen – jetzt!
Das BHK-Konzept, der Druck von Kreis und Land sowie neue Rahmenpläne schaffen tatsächliche Handlungsmöglichkeiten.
– Der Tourismus ist nicht in Gefahr.
Sylt hat mehr als genug Kapazität – sogar mit Begrenzungen bleibt die Insel wirtschaftlich stark.
Aber wir haben auch deutlich gesagt, wo es kritisch ist: „Realpolitik Sylt 2025″
Die Gefahr, dass bei dem Versuch, illegale Ferienwohnungen nachträglich zu legalisieren, Dauerwohnräume geopfert wird und in dem Zuge noch mehr Ferienwohnungen entstehen, ist real. Beispielhaft steht dafür der Bebauungsplan 28 im Norden Westerlands – ein Thema, das uns weiter beschäftigen wird!
Die Presse berichtete – und bestätigt die Relevanz
Die Sylter Rundschau berichteten ausführlich über die Veranstaltung und dass unser Auftreten am Auftakt des Abends, den Blick auf „genug Wohnraum, der jetzt durch Bauplanungsrecht strukturiert werden kann und muss “ wieder in die öffentliche Diskussion brachte.
Bereits im Vorfeld wurde durch eine Gegenüberstellung der Sichtweisen von Susanne Matthiessen und Ole König auf die „Sylter Zukunft“ ein erster Aufschlag zu den grundlegend unterschiedlichen Lösungsansätzen von Veranstalter und Bürgernetzwerkes als Gast des Abends, gesetzt.
Was dieser Abend für uns bedeutet
Wir haben gezeigt:
– Wir bringen Fakten und Verantwortung zusammen.
– Wir sprechen für diejenigen, die in politischen Debatten selten gehört werden.
– Wir stehen für ein Gesellschaftsmodell, das Menschen, Lebensraum und langfristige Tragfähigkeit ins Zentrum stellt.
Wie es jetzt weitergeht
Nächste Bauausschusssitzung am Montag, den 8.12. 19 Uhr im Rathaus – bis dahin wird erwartet, dass die 167 Stellungnahmen aus der Bevölkerung zum B-Planentwurf ausgewertet und abgewogen vorliegen. Die Verwaltung wird dann dazu informieren. MAN SIEHT SICH…….
Auch in den Kleingemeinden wird es wichtig sein, die Arbeit der Bauausschüsse aufmerksam zu verfolgen!!!!
Hier ein HANDOUT mit dem die Zusammenarbeit zwischen Sylter Unternehmer Verein und Bürgernetzwerk morgen beginnen könnte…. ( übergeben am 11.11.)
Wir müssen weiter reden – und weiter fordern.
Wir müssen präsent bleiben, Missstände offen ansprechen und Alternativen aufzeigen.
Wir müssen die Stimme all jener stärken, die Sylt als Lebensraum für viele erhalten wollen – nicht als Investitionsstandort für wenige.
Dafür brauchen wir Euch. Eure Stimme, Eure Präsenz, Eure Bereitschaft, Haltung zu zeigen.
Die Abende im Bauausschuss und im Wenningstedter Kursaal haben uns Rückenwind gegeben.
Lasst ihn uns nutzen.

