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Neue Tourismusstrategie für Sylt: Merret Sylt in der Lenkungsgruppe

Auf Sylt beginnt jetzt der entscheidende Beteiligungsprozess für eine inselweite Tourismusstrategie, die bis Ende 2026 politisch beschlossen werden soll. Ziel ist offiziell, die touristische Entwicklung langfristig in Einklang mit Natur, Wirtschaft und Lebensqualität zu bringen. Für uns als Bürgerinitiative ist klar: Genau hier entscheidet sich, ob Sylt künftig lebenswerter oder noch stärker übernutzt wird.

Merret Sylt in der Lenkungsgruppe – unsere Stimme am Tisch

Erstmals sitzt Merret Sylt als Stimme der Zivilgesellschaft in der Lenkungsgruppe, die den gesamten Beteiligungsprozess zur Tourismusstrategie begleitet. Neben uns sind dort Vertreter von Sozialverbänden/Diakonie, Kultur/Sölring Foriining, Natur- und Umweltschutz/Naturschutzgemeinschaft Sylt, sowie insgesamt 22 weitere Mitglieder aus Tourismuswirtschaft, Politik und Verwaltung vertreten.

Damit werden nicht mehr nur die Interessen der Tourismuswirtschaft gehört, sondern auch jene von Anwohner:innen alt und jung, sozialen und benachteiligten Gruppen sowie Kultur und Naturschutz institutionell eingebunden. Merret versteht diese Rolle nicht als Feigenblatt, sondern als Auftrag, konsequent die Aspekte für Lebensqualität, Klima- und Naturschutz, Tragfähigkeitsgrenzen des Tourismus, Partizipation der Bewohner und gerechte Verteilung der Lasten einbringen.

Wie der Beteiligungsprozess abläuft – und wo ihr vorkommt

Der Beteiligungsprozess ist mehrstufig aufgebaut und erstreckt sich über mehrere Monate.

– Phase 1: Themen erfassen und strukturieren
– Ab 27. April bis 10. Mai: Digitale Umfrage unter Gemeindevertreterinnen und -vertretern, um zentrale Themen und Fragen zu sammeln.
– 18. Mai: Dialogische Themensammlung mit zentralen Akteuren der Insel.
– 27. Mai bis 10. Juni: Öffentliche Online-Beteiligung – eine „Themenlandkarte“ wird zur Kommentierung freigegeben.

– Ergebnis: Eine Themenlandkarte als inhaltlicher Kompass für die nächste Phase.

– Phase 2: Perspektiven vertiefen und Empfehlungen entwickeln
– 15. bis 19. Juni: Ortsgruppen spiegeln die Sicht der einzelnen Inselorte.
– 15. Juni bis 3. Juli: Fokusgruppen vertiefen spezielle Themen mit Fachleuten aus unterschiedlichen Bereichen.
– Juli: Eine Zufallsbürgergruppe ergänzt den Prozess (siehe nächster Abschnitt).
– Ende August: Übergabeveranstaltung, bei der die gesammelten Ergebnisse vorgestellt werden.

Ab Herbst 2026 sollen die Ergebnisse von den Gemeindevertretungen geprüft, fachlich weiter ausgearbeitet und schließlich als integrierte Tourismusstrategie politisch beschlossen werden. Das klingt gut strukturiert – entscheidend ist aber, wie ernst die Beiträge der Bürger:innen wirklich von den Politikern der fünf Gemeindevertretungen genommen werden!. In den kommenden Monaten braucht es deshalb dringend Eure Aufmerksamkeit und Interesse.

Zufallsbürger: Bürgerrat statt Stammtisch – ein starkes Signal

Ein besonders starkes Element ist aus unserer Sicht die geplante „Zufallsbürgergruppe“ im Juli. Die Teilnehmenden werden per Zufallsauswahl aus den fünf Inselgemeinden ermittelt und nach soziodemografischen Kriterien zusammengesetzt, um die Breite der Inselgesellschaft abzubilden; zusätzlich sollen auch Menschen einbezogen werden, die auf Sylt arbeiten, aber außerhalb wohnen müssen.[

Damit entspricht das Konzept einem „repräsentativen, losbasierten Bürgerrat“ – ein Format, das in vielen Ländern, in Deutschland schon Bundesweit und in vielen Kommunen eingesetzt wird, um ausgewogene Empfehlungen jenseits von Lobbyinteressen zu entwickeln. Wir begrüßen dieses Segment ausdrücklich, weil es die Chance bietet, dass nicht nur die Lautesten oder Ökonomisch Stärksten bestimmen, sondern ein Querschnitt der Bevölkerung.

Für Merret ist klar:
– Die Zufallsbürgergruppe darf kein dekoratives Element sein, sondern muss mit Zeit, guter Moderation und Zugang zu unabhängiger Expertise ausgestattet werden.
– Ihre Empfehlungen müssen transparent dokumentiert und im weiteren politischen Prozess sichtbar berücksichtigt werden – alles andere wäre eine Entwertung von Bürgerbeteiligung.

Willst du mehr über Bürgerräte erfahen-dann höre unseren neuen Merret-Podcast

Unsere Haltung: Beteiligung ja – aber nicht als PR-Show

Der Beteiligungsprozess ist eine große Chance Bürger wieder für Politik und Teilhabe zu interessieren – und zugleich ein Test, wie ernst es die Insel mit echter Beteiligung meint.

Was wir positiv sehen:
– Es gibt einen klar strukturierten Fahrplan mit mehreren Formaten – von Online-Beteiligung bis zu Fokus- und Ortsgruppen.
– Die Einbindung einer Zufallsbürgergruppe ist ein demokratisches Qualitätsmerkmal, das weit über klassische Anhörungsverfahren hinausgeht.
– Zivilgesellschaftliche Akteure wie Merret, Sozialverbände, Kultur und Naturschutz sitzen mit in der Lenkungsgruppe.
– der Prozess wird von der ausgesprochen erfahrenen und engagierten Firma NEXUS hochprofessionell begleitet.

Was wir kritisch im Blick behalten werden:
– Wie offen werden kritische Themen wie Übernutzung der Insel, Verkehr, Wohnraum, Verdrängung und Belastung von Natur- und Schutzräumen wirklich diskutiert?
– Werden Empfehlungen aus Bürgerrat, Orts- und Fokusgruppen sichtbar in den Entwürfen der Tourismusstrategie auftauchen – oder im Nachgang weichgespült?[
– Bleibt der Prozess transparent, nachvollziehbar und für die Öffentlichkeit verständlich dokumentiert – oder verliert sich Entscheidendes in internen Runden?

Merret wird diesen Prozess konstruktiv-kritisch begleiten – und sich öffentlich melden, wenn Beteiligung zur reinen Legitimationskulisse zu werden droht. Das gesamte Verfahren bietet enorme Chancen, auf Sylt in einer sich seit Jahren verschärfenden gesellschaftlichen wie touristischen Funktionskrise sowohl im Umgang miteinander als auch in der touristischen Ausrichtung entscheidende Korrekturen vorzunehmen.
Befriedung durch Konsensverfahren, Bündelung der Kräfte und Belebung der Demokratie – könnten der große Gewinn sein.
Ein gutes Leben auf Sylt fürhttps://merret-sylt.de/merret-podcast/ alle und ein Ort der Erholung für unsere Gäste das Ziel!

Wie du dich einbringen kannst

Schon jetzt ist klar: Ohne aktive Bürger:innen wird aus der Tourismusstrategie kein Kurswechsel, sondern nur ein weiteres Papier.[

Das kannst du tun:
– Nimm an der Online-Beteiligung zur Themenlandkarte teil, sobald sie zwischen 27. Mai und 10. Juni freigeschaltet ist – wir schicken rechtzeitig den Link und Hinweise, worauf es ankommt.
– Wenn du in Orts- oder Fokusgruppen eingeladen wirst, nutze die Gelegenheit und bring deine Perspektive ein – insbesondere zu Natur- und Klimaschutz, Wohnraumsicherung, Verkehr und sozialer Gerechtigkeit.
Höre unseren Podcast zur Tourismusstrategie und den Zufallsbürgern und leite ihn an andere interessierte Menschen weiter.

Eine Tourismusstrategie, die diesen Namen verdient, entsteht nur mit den Menschen auf der Insel – nicht über ihre Köpfe hinweg. Merret wird alles daransetzen, dass eure Stimmen im Prozess nicht nur gehört, sondern wirksam werden.

Packen wir´s an!
Eure Merret