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Wer genau wird Millionär im Sylter Immobilien-Poker? Stell dir vor, du sitzt bei Günter Jauch und bist bis zur 1 Million Euro Frage gekommen. Die zielt auf den Sylter Immobilienhandel ab ( im Vergleich zur Ferienvermietung und zum Baugewerbe, den anderen beiden wichtigen Wirtschaftszweigen der Insel) Für die Beantwortung gibt er dir zwei Tipps: Auf Sylt werden jährlich rund 250 Millionen Euro durch Ferienvermietung umgesetzt und im Baugewerbe sind es ebenfalls rund 250 Millionen Euro. Wie hoch, lieber Kandidat ist der Umsatz der Immobilienwirtschaft auf Sylt? Ebenfalls 250 Millionen? Oder 420 Millionen? Oder 800 Millionen? Bingo! Es sind 800 Millionen Euro! Und man darf staunen: 52 Millionen Euro fallen dabei für das Land ab (bei 6,5% Grunderwerbsteuer) Das Unglaublichste aber wird deutlich, wenn man die Zahl in Relation setzt: In Schleswig-Holstein beträgt das Gesamtaufkommen der Grunderwerbsteuer 735 Millionen, diese Summe wird auf einer Fläche von 15.763 Quadratkilometern erwirtschaftet (so groß ist unser schönes Land nämlich) Nun wissen wir Sylter, dass unsere Insel die Größe von 99 Quadratkilometern hat. Was folgt daraus? Die Insel Sylt  erwirtschaftet  …

Was ist das WEK?

Diese Abkürzung steht für das Wortungetüm „Wohnraumentwicklungskonzept“.  Dieses Konzept wurde vom Inselbauamt in enger Abstimmung mit den Inselgemeinden sowie mit Land und Kreis Anfang der 2010er Jahre erarbeitet. Es basiert auf dem Wohnraumentwicklungskonzept (WMK), welches vorab die Bedarfe der einzelnen Gemeinden ermittelt hatte. Im Wohnraumentwicklungskonzept definierten die Gemeinden zudem Potentialflächen (Teil B), um die Bedarfe zu realisieren. …und man beschäftigte sich intensiv mit dem Thema Sicherung des Dauerwohnraumes (Teil A). Im Rahmen des WEKs wurden vier grundlegende Fachgutachten zu diesem Thema erstellt. Aus diesen resultierten klare Empfehlungen und Verpflichtungen für die Dauerwohnraumsicherung für die Gemeinden als Teil des WEKs. Das WEK selbst besteht aus zwei Teilen: Teil A „Einsatz öffentlichen Planungsrechtes und ergänzende privatrechtliche Absicherungen“ und  Teil B „Ermittlung neuer Potenzialflächen für Wohnungsneubau“. Der betrachtete Zeitraum reichte bis 2025. Das WEK wurde 2015 von allen fünf Inselgemeinden beschlossen. Danach begann – jedenfalls für den Betrachter – eine Phase der Grauzone. Es scheint, als wenn die Gemeinden den „wirtschaftlichen Vorteil“ des WEKs – nämlich die Möglichkeit über die engen Grenzen des Landesentwicklungsplanes hinaus Wohnraum zu bauen …

Was ist der ROV?

ROV Das Kürzel ROV steht für den Begriff Raumordnerischer Vertrag.  Einen Raumordnerischen Vertrag können Gemeinden untereinander oder aber mit dem Land schließen, um, wie es der Begriff sagt, den Raum zu ordnen.  Der Hintergrund ist der, dass die Gemeinden selbst entscheiden können, wo sie wie bauen möchten (sie haben sogenannte Planungshoheit). Sie müssen sich hierbei jedoch an die großräumigen Vorgaben des Landes orientieren, das diese Vorgaben im Landesentwicklungsplan (LEP) festgelegt hat.  Auf Sylt gilt aktuell (Stand 27.12.2020) der LEP aus dem Jahre 2010. Zwar ist er in Überarbeitung, doch dieser ist noch nicht ratifiziert.  Der LEP 2010 sieht vor, dass Gemeinden ohne zentralörtliche Funktion (auf Sylt sind dies alle Gemeinden bis auf Westerland und Tinnum) bis 2030 lediglich 10% mehr Dauerwohnraum bauen dürfen, als sie zum Jahresende 2017 bereits im Bestand hatten.  So hat das Land den Vorschlag unterbreitet, einen Raumordnerischen Vertrag mit den Gemeinden der Insel zu schließen, um sie aus dem engen Rahmen des LEPs „heraus zu lassen“. Die Gemeinden dürfen mit dem am 18.12.2020 geschlossenen ROV bis zum Jahre 2030 nun 2541 …