Inselträume: 2 Visionen zur Zukunft der Königin der Nordsee
Dieser Artikel erschien in der Sylter Rundschau am 30.10.2025
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Dieser Artikel erschien in der Sylter Rundschau am 30.10.2025
162 x Einspruch gegen den B-Plan 28. – BRAVO. Der Bauausschuss will trotzdem mit dem Kopf durch die Wand: CDU und SWG halten mit 7 Stimmen am Entwurf zum B-Plan 28 fest; SPD, Grüne und SSW stimmten dagegen, der Vertreter der „Insulaner“, enthielt sich. Die finale Entscheidung soll im Oktober 2025 in der Gemeindevertretung fallen. Merrets Kommentar: Worum es in der Sache geht, ist klar – und größer als ein einzelnes Plangebiet: Der B-Plan 28 würde in einem kleinen Westerländer Wohngebiet Ferienwohnnutzung massiv ausweiten. Die jetzt vorliegende Fassung ermöglicht laut Sitzungsvorlage rund 70 zusätzliche Ferienwohnungen. Hinzu kommen Regelungen wie Keller- und Spitzbodennutzung als Aufenthaltsräume sowie bis zu drei Wohneinheiten pro Adresse (eine vierte, wenn eine davon Dauerwohnung ist). Das ist faktisch eine Abkehr vom Vorrang des Dauerwohnens und ignoriert die Beschlüsse zu Beherbergungs- und Wohnraumentwicklungskonzept. Besonders problematisch ist der Signalcharakter: Der B-Plan 28 wird – ob gewollt oder nicht – zur Blaupause für die gesamte Insel. Die Politik schafft Fakten für die Zukunft der Insel, die sich nicht mehr zurückdrehen lassen. Dabei wird vergessen: Politik …
Liebe Merrets, liebe Unterstützerinnen und Unterstützer für den Erhalt der Inseln und Halligen Nordfrieslands als Lebensraum! Es gibt seit fünf Jahren eine freundschaftliche Zusammenarbeit zwischen Bürgerinitiative von Sylt, Föhr, Amrum, Sankt Peter Ording und Büsum. (https://westkuestenallianz-sh.org). Aufgrund der Gemeinsamkeit von Sorgen und Beobachtungen an unseren Standorten, haben wir uns 2020 zur „Westküstenallianz“ zusammengefunden und nun beschlossen, Euch alle zu informieren und zur aktiven Mithilfe aufzurufen! Erst kürzlich baten wir um Eure Stellungnahme zum Sylter B-Plan 28. Nun geht es um die ganze Region Nordfriesland. Erneut wird dringend die Unterstützung jedes/jeder Einzelne/n von Euch gebraucht. Darum geht es uns heute: Das Land Schleswig-Holstein hat den 2. Entwurf der Neuaufstellung der Regionalpläne für die Planungsräume I, II und III veröffentlicht. Darin sind unsere Inseln und Halligen als touristische Schwerpunktregionen aber auch als Lebensräume für eine ansässige Bevölkerung aufgeführt. Die Probleme, die bei dieser parallelen Nutzung unserer Heimatregion auftreten können, sind gut beschrieben, wir halten es allerdings für äußerst notwendig, noch einige Vorschläge zur Verbesserung einzubringen. Jeder/jede Bürger-in kann bis zum 08.August 2025 Stellungnahmen in schriftlicher oder elektronischer …
Jetzt Musterbriefe zur Stellungnahme hier downloaden und absenden! Westerland Mit der Veröffentlichung des Bebauungsplanentwurfs Nr. 28 durch die Gemeinde Sylt begann am 9. Juli 2025 eine vierwöchige Frist zur öffentlichen Auslegung. Die Bürgerinitiative „Merret reicht’s – Aus Liebe zu Sylt“ appelliert an alle Interessierten, „dringend und sofort“ von ihrem Recht auf Stellungnahme Gebrauch zu machen. „Dieser Bebauungsplan darf so nicht beschlossen werden“, so Birte Wieda, Gründerin der Initiative. „Er ermöglicht eine erhebliche Ausweitung der Ferienwohnnutzung in einem bislang von Dauerwohnungen geprägten Gebiet und widerspricht allen zuvor beschlossenen Konzepten der Gemeindevertretung.“ (Download: Entwurf B-Plan 28, Gemeinde Sylt ) Worum geht’s? Es geht um die Verhinderung des B-Plans 28, wie er jetzt beschlossen werden soll. Es geht um eine der letzten funktionierenden Nachbarschaften in Westerland. Es geht um den Schutz von Dauerwohnraum, der mit dem Entwurf des neuen Bebauungsplans 28 im Norden von Westerland keine Überlebenschance mehr hat. Wenn dieser Entwurf durchkommt, wie jetzt geplant, dann fallen alle Schranken, dann stehen dem ungebremsten Ferienwohnungsbau künftig alle Türen offen. Die Einspruchs-Frist läuft vom 09.07. bis 11.08.: vier Wochen …
📢 Es geschehen noch Zeichen und Wunder: Stichtagsregelung bringt Klarheit bei Ferienwohnungen Was ist passiert? Nach jahrelanger Unsicherheit gibt es nun eine entscheidende Wende im Streit um die vielen ungenehmigten Ferienwohnungen auf Sylt und im gesamten Kreis Nordfriesland. Der Kreis hat gemeinsam mit dem Innenministerium Schleswig-Holstein eine rechtliche Auslegung vorgelegt, die es Besitzern alter Ferienwohnungen ermöglicht, diese ohne zusätzliche Genehmigung weiterhin legal zu betreiben – unter bestimmten Voraussetzungen. 📜 Die Details laut Kreis Nordfriesland: Für Wohnungen, die vor dem 1. August 1962 (bzw. vor dem 1. Januar 1977 in unbeplanten Innenbereichen) genehmigt wurden und nachweislich bereits damals zu Ferienzwecken genutzt wurden, ist keine Umnutzungsgenehmigung mehr erforderlich. Die Nutzung gilt hier als Teil der ursprünglichen Wohnnutzung. Diese Lösung betrifft vor allem alte Immobilien, oft noch im Besitz Sylter Familien. Voraussetzung: keine nachträglichen baulichen Änderungen ohne Genehmigung, keine späteren neuen Genehmigungen, die die Altgenehmigung ersetzen. Was bedeutet das für Sylt? ✅ Entlastung der Verwaltung: Weniger Anträge, klarere Zuständigkeiten ✅ Rechtssicherheit für Eigentümer: Besonders für jene, die Ferienwohnungen seit Jahrzehnten betreiben ✅ Erhalt alter Häuser: Diese Regelung kann …
Gemeinwohl vor Einzelinteressen – was die Sylter jetzt von der neuen Bürgermeisterin Tina Haltermann erwarten dürfen Mit Handschlag, Urkunde und anhaltendem Applaus ist Tina Haltermann an der Spitze der Gemeinde Sylt vereidigt worden. Die parteilose Verwaltungsfachwirtin hatte sich zuvor in der Stichwahl mit 55,6 Prozent der Stimmen gegen Markus Gieppner durchgesetzt und trat ihr Amt offiziell zum 1. Mai an. Wer ist Tina Haltermann? Haltermann stammt aus der Nähe von Plön, ist 46 Jahre alt, Verwaltungsfachwirtin, und eine, die zuhören kann: So beschreibt sich Haltermann selbst auf ihrer Kampagnenseite. Sie führte lange das Tourismus-Controlling des Inselservice, ehe sie 2023 ins Rathaus wechselte. Jetzt will sie „kompetent Verantwortung übernehmen, nachhaltig entwickeln und gemeinschaftlich gestalten“. Haltermann übernimmt ein Rathaus, das nach der Abwahl ihres Vorgängers und den Dauerdebatten um illegale Ferienwohnungen immer noch im Ausnahmezustand arbeitet. Sie trat zwar ohne Parteibuch an, wurde jedoch von der CDU unterstützt. Der Verein Sylter Unternehmer sprach sich öffentlichkeitswirksam für Haltermann aus. Warum Sylt jetzt eine starke Interessenvertretung braucht Sylt ist längst zum Symbol für die Spannung zwischen mächtigen Akteuren im Feriengeschäft …
Am 16. März 2025 wählen die Einwohner der Gemeinde Sylt ihren neuen Bürgermeister oder ihre neue Bürgermeisterin. Das interessiert nicht nur die Inselbevölkerung. Der Westerländer Rathaussessel ist auch bundesweit ein Thema. Denn Sylt ist bekanntlich immer für eine Schlagzeile gut. Dabei türmen sich die ernstzunehmenden Probleme. Nach Jahren der Haushaltsperre liegt vieles brach. Zudem kämpft die Insel mit der Kreisverwaltung, die mit der Stilllegung nicht genehmigter Ferienwohnungen droht. Eine trostlose Innenstadt will modernisiert werden. Die Infrastruktur hat ebenfalls bessere Tage gesehen. Wer also wird „König“ oder „Königin von Sylt“, wie es die Bild-Zeitung gern auf den Punkt bringt? Sechs Personen stehen zur Wahl, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Und doch sollen alle einem strengen Anforderungsprofil entsprechen, in der Ausschreibung heißt es: „Die Gemeinde Sylt hat aufgrund des bundesweiten Interesses an dem Geschehen auf der in Deutschland beliebten Nordseeinsel Sylt eine hohe Strahlkraft.“ Es wird nach einer Persönlichkeit mit „Ausstrahlung“ gesucht. Führungs-Knowhow ist wichtig. Erfahrungen im Bereich Tourismus sind notwendig. Betriebswirtschaftliche Kenntnisse unerlässlich. Zwei Frauen und vier Männer sind davon überzeugt, in dieses Anforderungsprofil zu passen …
Ohne Begründung, ohne Diskussion, ohne mit der Wimper zu zucken: Warum nur? Warum? Diese Frage blieb im Raum hängen, als sich der Bauausschuss der Gemeinde Sylt mit großer Mehrheit gegen mehr Dauerwohnraum und für neue Ferienwohnungen entschied. Die Zuschauerreihen im Rathaus (9. Dez. 24) waren gut gefüllt, als es darum ging, mit dem Bebauungsplan 28 eine zukunftsweisende Richtungsentscheidung zu fällen. Angesichts der anhaltenden Wohnraumkrise war man gespannt, wie die Diskussion im Bauausschuss ablaufen würde. Zwei Modelle standen zur Wahl. In Variante A sollte Dauerwohnraum künftig in nennenswerter Größe pro Gebäude festgeschrieben werden. Variante B gab Ferienwohnungen den Vorzug. Man kann es so kurz machen, wie die Veranstaltung dann tatsächlich war: Ohne Diskussion, ohne Für und Wider, ohne Begründung, ohne ein Wort der Erklärung stimmten die Politiker innerhalb von wenigen Minuten mit überwältigender Mehrheit für Variante B. Mehr noch: Künftig sollen auch Keller und Spitzböden ganz offiziell bewohnbar sein. Pro Gebäude wird eine Dauerwohnung festgeschrieben, egal wie klein. Es mühten sich zwar noch Joachim Schweitzer von der SPD und Karl-Heinz Rüther für die Grünen, die …
Montag Vorentscheidung zur Lösung der Dauerwohnraum- und Fewo-Krise? Die Erwartungen sind groß, die Hoffnungen enorm. Gelingt der Politik am Montag ein Durchbruch in der Dauerwohnraum- und -Krise? Die Gemeindevertreter stehen durch die Kontrollen der Kreisverwaltung erheblich unter Druck, möglichst schnell Voraussetzungen zu schaffen, unter denen die Nutzung von Ferienobjekte künftig auf einer rechtlich sicheren Grundlage betrieben werden kann. Zugleich ist dies ein entscheidender Moment, in dem auf Sylt das Gleichgewicht von Wirtschaftsraum zu Lebensraum definiert werden müsste und der Schutz von Dauerwohnraum in der Bauplanung der Gemeinde für die Zukunft abgesichert werden sollte. Dazu soll nun eine Vorentscheidung in Sachen „Muster-Bebauungsplan“ fallen. Dieser könnte dann in seinen wesentlichen Bestandteilen als Blaupause für die gesamte Insel dienen. Grob vereinfacht gilt: einer für alle! Die Sache ist dringend, denn seit durch das Beherbergungskonzept schon 2020 das ganze Ausmass der Sylter Funktionskrise in der Gesellschaft und Wirtschaft festgestellt wurde, ist viel in Bewegung gekommen. So ist mittlerweile bekannt, dass allein in Wenningstedt rund 85 Prozent des Wohnungsbestands bauplanungsrechtlich nicht als Ferienwohnungen betrieben werden dürften, ein überraschendes und schockierendes …
Wie die Insulaner über den Bauboom, die Nutzungskontrollen und den Overtourismus wirklich denken. 𝗗𝗶𝗲 𝗪𝗮𝗿𝗻𝘂𝗻𝗴 𝗸𝗮𝗺 𝗽𝗲𝗿 𝗲𝗺𝗮𝗶𝗹 𝘂𝗻𝗱 𝘁𝗿𝘂𝗴 𝗱𝗶𝗲 Ü𝗯𝗲𝗿𝘀𝗰𝗵𝗿𝗶𝗳𝘁 „𝗢𝗳𝗳𝗲𝗻𝗲𝗿 𝗕𝗿𝗶𝗲𝗳“. „𝙃𝙖𝙗𝙚𝙣 𝙎𝙞𝙚 𝙨𝙘𝙝𝙤𝙣 𝙢𝙖𝙡 𝘽𝙧𝙤𝙩 𝙜𝙚𝙠𝙖𝙪𝙛𝙩 – 𝙤𝙝𝙣𝙚 𝙂𝙚𝙡𝙙?“ Wieder viel Hungertuch, Blaulicht und Angstmacherei in Teil 2 der Kampagne der Sylter Tourismuswirtschaft und des Verein Sylter Unternehmer. Wieder prophezeien die Geschäftsleute ein Weltuntergangsszenario für unsere Heimatinsel, in der sich künftig niemand mehr „sein Brot“ leisten könne, sollten die Baunutzungskontrollen und die Kritik am übersteigerten Tourismus fortgesetzt werden. „Blindwütig und lebensfremd“ sei das. Und der „Sylt Tourismus Verband“ setzt sogar noch eins drauf und sieht in „Merret reicht’s“ gar die Schuldigen für den künftigen Niedergang der Insel und behauptet, Merret sei bereit, den Tourismus bis auf 70% nach unten zu fahren, „mit allen absehbaren Folgen für die Wirtschaft und die hiesige Bevölkerung.“ Diese „Offenen Briefe“ ohne Adressaten und ohne Unterschrift zeigen einmal mehr, wie schwierig es ist, auf Sylt offen über Overtourismus und seine Folgen zu diskutieren. Die Reaktion ist immer gleich. Möglichst nichts ändern. Andersdenkende diffamieren und als „Ideologen“ abstempeln. …