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„Es reicht!“ – „Wer gibt uns eine Stimme?“- 1 Jahr Merret reicht´s

Vor einem Jahr machte Birte Wieda ihrem Herzen Luft. Das hatte Konsequenzen.

Ihr Leserbrief in der Sylter Rundschau – Nachrichten für die Insel Sylt führte zur Gründung des Bürgernetzwerks. Seitdem ist viel passiert.

Es war nur ein Leserbrief, aber der hatte es in sich. Vor einem Jahr, am 15. Juni 2020, machte die Keitumer Goldschmiedin Birte Wieda ihrem Herzen Luft, indem sie ihre Enttäuschung über einen Besuch des Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) auf der Insel Sylt in scharfe Worte fasste. (Dieser Leserbrief ist ganz oben in dieser Facebook-Chronik nachzulesen.)

Birte Wieda kritisierte, dass der Regierungschef bei diesem ersten Besuch nach dreijähriger Amtszeit kein Ohr für die Bevölkerung hatte, sondern sich ausschließlich die Klagen einer „durch nichts legitimierten Abstimmungsrunde“ aus Wirtschaft, Marketing und ein paar Bürgermeistern anhörte, die nach zwölf Wochen Lockdown finanziellen Ausgleich forderte. Das brachte Birte Wieda auf die Palme, sie fühlte sich und ihr Umfeld nicht vertreten.
„Jetzt wissen wir Dank Corona wieder, was Ruhe ist, wie Stille Wunderbares in uns bewirkt und wie bezaubernd Leere sein kann“, schrieb sie damals. „Ich und viele andere wollen nicht mehr zu dem „Übervollen“ und zu dem „Zuviel“ zurück. Wir wollen es nicht für uns und nicht für unsere Gäste und Kunden!“
Birte Wieda forderte, endlich umzusteuern und das Wohl der Sylter Bevölkerung politisch wieder ernsthaft in den Blick zu nehmen. „Wer gibt uns überhaupt noch eine Stimme?“ fragte sie damals.
Diese Stimme ist mittlerweile sehr laut geworden. „Merret reicht’s – aus Liebe zu Sylt“ hat sich als Bürgernetzwerk auf der Insel etabliert. Ein Jahr nach diesem Leserbrief zieht Birte Wieda Bilanz.
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INTERVIEW
Frage: Der Leserbrief damals hatte es in sich und gleich darauf enorm viele Reaktionen ausgelöst. Was hat Sie damals so in Rage gebracht, dass das raus musste?
Wieda: Der Besuch des Ministerpräsidenten bei einer reinen Lobbyrunde, die auf Sylt – zunehmend an der Kommunalpolitik vorbei – den Kurs regiert. Wenn Wirtschaft und Tourismusmarketing ihre Standpunkte vertreten, kommt das Gemeinwohl der Bürger und die Natur oft nicht vor. Und genau so war es auch dieses Mal. Genauso haben es viele andere offensichtlich auch empfunden. Genauso läuft es seit Jahren auf Sylt. Vorher hatten wir im ersten Lockdown zum ersten Mal wieder umfänglich erfahren, was das Leben überhaupt lebenswert macht: Gemeinschaft und Natur. Und dann kam der Ministerpräsident und hörte sich das Gejammer der einschlägigen Wirtschaft an, die während Corona keine Geschäfte machen konnte. Dabei hatten wir alle gemeinsam Einbußen und Unsicherheit erfahren, aber auch einiges an Erkenntnis gewonnen.
Das hat mich wütend und sprachlos gemacht. Das entsprach überhaupt nicht meiner Wahrnehmung der Sylter Situation zu dem Zeitpunkt. Und auch nicht der jetzigen im Übrigen.
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Frage: Wie ging es dann weiter?
Wieda: Es gab unglaublich viel zustimmende Resonanz. Ich wurde geradezu überschüttet. Von Syltern, von Syltliebhabern, von Gästen. Weitere Leserbriefe, Telefonanrufe, Blumen, Besuche in meiner Werkstatt, viele Gespräche und dann Pläne. Ich habe sechs Wochen gewartet und jeden notiert, der sich gemeldet hatte. Als es nach den Wochen immer noch nicht aufhörte, habe ich mit einigen anderen beschlossen, dass dies ein Geschenk des Widerstandes ist und eine Chance auf Gestaltung einer verantwortungsvolleren Zukunft, das angenommen und entwickelt werden muss.
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Frage: Ein Jahr später, was haben Sie erreicht?
Wieda: Öffentlichkeit, Gemeinschaft, Aufmerksamkeit und Bewusstsein für unsere Not in allem Luxus. Es gibt ein aktives Bürgernetzwerk. Es gibt engagierte Mitstreiter und Mitstreiterinnen in verschiedenen Arbeitsgruppen, die sich um Verkehr, Tourismus, Bauwirtschaft und Bürgerbeteiligung kümmern. Es gibt Verbündete an Nord- und Ostsee. Es gibt einen Dialog bis hinein in die Ministerien und in den Landtag. Es gibt Offenheit und Neugierde. Und es gibt viel Unterstützung durch die Presse. Auch bundesweit. Aber es gibt auch Nackenschläge und üble Nachrede. Viel Feind, viel Ehr.
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Frage: „Merret reicht’s“ ist nicht die erste Bürgerinitiative auf der Insel, die sich mit den Auswüchsen des Tourismus und der Bauwirtschaft beschäftigt, was machen Sie anders?
Wieda: Anders sind heute vor allem die Möglichkeiten, Öffentlichkeit zu schaffen. Neue Medien schaffen Unabhängigkeit von Presseveröffentlichungen. Facebook und das Internet können gezielt zur Kommunikation und Information beitragen, so dass Gäste, Politik und Insulaner gleichermaßen auf den Stand gebracht werden.
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Frage: Wie unterscheidet sich Ihre Arbeit jetzt von der Sylter Kommunalpolitik, die Sie auch sehr gut kennen, weil Sie lange dort mitgearbeitet haben?
Wieda: Wir „Merrets“ können viel freier denken, uns überparteilich vernetzen, informieren und handeln. Überallhin Allianzen schmieden und unkonventioneller sein. Auch ein bisschen unberechenbarer sein.
Wir sind eine Art APO, außerparlamentarische Opposition. Ich möchte dabei betonen, dass wir nicht unlegitimiert sind! Das wird ja immer so gern gegen „Merret reicht’s“ ins Feld geführt. Wir sind die Wähler und Wählerinnen! Um uns geht es doch. Wir sind die, die sich – unzufrieden mit den Ergebnissen der Kommunalpolitik – in großer Zahl und überparteilich und gesamtinsular zusammentun. Gesamtinsular ist hier das Stichwort. Im Gegensatz zum kommunalpolitischen Gegeneinander von fünf Inselgemeinden, aber auch sich verselbständigenden Strukturen hier auf Sylt, behalten wir die Insel als Ganzes im Blick. Die Angesprochenen sind gut beraten, schon genau hinzuhören.
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Frage: Nach einem Jahr Initialzündung: gibt es Erkenntnisse, die Sie vorher nicht erwartet hatten?
Wieda: Ja, wie von allen guten Geistern wir Sylter Einwohner mit unseren Bedürfnissen derzeit im Gerangel um Geld, Macht und Interessen wirklich verlassen sind! Ich suche nach Unterstützung in der Politik auf Machtebene!!! Auf der kommunalen Ebene, aber auch auf Kreis- und Landesebene. Und wir müssen als Sylter endlich ein neues „WIR“ schaffen, wenn wir nicht zur reinen Folklore schrumpfen wollen.
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Frage: Was hat Sie am meisten frustriert?
Wieda: Das „back to normal“ im Moment… Niemand, der mit mir zurzeit das Gespräch sucht, möchte in das touristische Hamsterrad zurück, in dem wir vor Corona so viele Jahrzehnte drinsteckten. Die Einheimischen nicht und die Gäste auch nicht. Selbst die „Offiziellen Sylter“ aus Wirtschaft, Politik und Tourismus geben öffentlich zu Protokoll: wir müssen auf Sylt vieles ändern. Aber den Worten folgen nicht genügend Taten.
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Frage: Was hat sie am meisten gefreut?
Wieda: Dass die wirklich zugewandten und erfreuten politischen Kräfte, die schon lange in der Opposition unsere Themen auf Ihrer Agenda haben, sich nun für den Rückenwind bedanken und uns im Netzwerk natürlich hilfreich sind! Die vielen neuen Kontakte!
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Frage: Wie kann man bei Ihnen mitmachen?
Wieda: Übers Internet Kontakt aufnehmen, zum Beispiel über www.merret-sylt.de. Jeder, der die Insel liebt, ist herzlich willkommen, sich einzubringen! Es gibt viel zu tun und tolle Leute kennenzulernen.
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Frage: Was sind Ihre nahen Ziele? Was sind Ihre fernen Ziele?
Wieda: Das nahe Ziel: uns noch mehr Gehör in Kiel zu verschafften zusammen mit den Leuten von den anderen Inseln und dem Festland, die auch sagen: Uns reicht`s! Das sind überraschend viele.
Als ferneres Ziel: wir wollen die politischen Mehrheiten bei der nächsten Kommunalwahl in zwei Jahren deutlich verändern. Wer nicht die Bevölkerung im Blick hat und weiter dazu beiträgt, dass die Insel ausgebeutet wird, muss das zu spüren bekommen. Da werden wir uns deutlich engagieren.
Wir wollen gesamtinsular Bürgerbeteiligung einführen. Im Sinne von definierten Bürgerräten.
Unser politisches System braucht Verbesserung und Weiterentwicklung, um die Vertreter des parlamentarischen Systems zu unterstützen. Es sind große Probleme zu lösen, schwere Entscheidungen zu treffen, um endlich machbare Auswege aus unserer insularen Krise zu schaffen. Sylter müssen gern, gut und ausreichend auf Ihrer Insel leben können – sonst wird die Tourismuswirtschaft nicht mehr funktionieren, wir stehen am Scheideweg. Es braucht in Zukunft Bekenntnisse zu Grenzen der Kapazität und zu Schwerpunkten.
Politik muss kreativer werden und dann auch Entscheidungen treffen, die von der Bevölkerung mitgetragen werden! Es fehlt an Kommunikation und Transparenz.
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Frage: Haben Sie eine Idee, warum die Gemeindevertreter/innen und Bürgermeister/innen die anstehenden Probleme nicht wirklich lösen?
Wieda: Die Probleme sind sehr komplex geworden, während man sie jahrelang nicht angepackt hat. Lösungen nicht mehr so leicht zu haben, wie noch vor 30 Jahren. Da hat man es nicht gewollt.
Die wenigsten wissen: vieles wird gar nicht mehr vor Ort entschieden, da sind die Sylter nur Steigbügelhalter für kapitale Mächte, die viel Druck aufbauen. Das ist manchmal wie im schlechten Krimi. Aber leider die Realität.
Machen wir uns nichts vor. Bevor die Verantwortlichen unbequeme Entscheidungen treffen, treffen sie lieber keine. Und schuld sind dann immer andere. Das funktioniert auch hier prima. Was wir auf Sylt erleben, findet als Blaupause auch in der großen Politik statt. Demokratie ist das nicht – da hat sich ein System verselbständigt.
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Frage: Sind die Probleme an den touristischen Hotspots dieses Landes überall dieselben?
Wieda: Ja – nur der Grad der Ausprägung und die spürbaren Folgen unterscheiden sich noch.
Im letzten Jahr habe ich von Venedig über Oberstdorf, Tölzer Land, Starnberger See, Hamburg Langeoog, Norderney, St. Peter Ording, Föhr und Amrum viel gehört. Ich wurde eingeladen, habe mich ausgetauscht.
Man muss leider konstatieren, dass die Sylter Fehlentwicklung schon sehr weit fortgeschritten ist.
Es ist schmerzhaft. Man zeigt mit dem Finger auf uns. Unsere Heimatinsel ist für alle das abschreckende Beispiel. So weit soll es im eigenen Gebiet nicht kommen, heißt es dann. Wenn ich mit Vertretern aus anderen Regionen rede, erinnern mich die Berichte und Einschätzungen an #Sylt vor 25 Jahren. Damals habe ich selbst in der Kommunalpolitik erlebt, dass man die möglichen planerischen und politischen Schritte zum Schutz der Gemeinschaft und Natur – also dem Lebensraum Sylt – schon damals schlicht nicht treffen wollte. Augen zu. Nur keinen Ärger oder lange Diskussionen. Und jetzt müssen wir mit diesen Folgen umgehen.
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Frage: Macht es Ihnen noch Spaß, auf der Insel zu leben?
Wieda: Wie die Menschen im Moment ganz generell mit unserer Heimatinsel umgehen, überschreitet meine Schmerzgrenze definitiv. Es tut mir weh.
Die Bautätigkeit ist ausufernd und zerstörerisch. Und dass ausgerechnet Bund und Land am Investitionsstandort Sylt und damit an unserer Misere noch kräftig mitverdienen, das ist deprimierend. Aber ich habe kein anderes Zuhause. Ich liebe diese Insel. Ich verdanke ihr viel und habe das Gefühl, ihr mein Engagement zu ihrem Erhalt zu schulden.
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Wenn aber das Dorf, das mich großgezogen hat, zunehmend kernsaniert, totalunterkellert und überpflegt leer steht, und meine neuen Nachbarn bei ihrer seltenen Anwesenheit mit dem Porsche oder ihrer Harley Davidson zum Biosupermarkt fahren, dann fühle ich mich fremd und möchte am liebsten weg.
Dieses Gefühl hat nichts mit Neid zu tun, der einem ja gern mal unterstellt wird. Es ist mehr die Trauer um die Abwesenheit von normalem Alltag in lebendiger Nachbarschaft.
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Frage: Was möchten Sie der Welt zurufen?
Wieda: Wir geben unser Zuhause nicht kampflos auf! Wir müssen reden und Entscheidungen treffen!

Merret erledigt Job der Gemeinde Sylt und erstellt Neubaustatistik

Es ist schon befremdlich, dass wir als Bürgerinitiative aktiv werden müssen, um einen Überblick zu den genehmigten Bauvorhaben in der Gemeinde Sylt im Jahr 2020 zu erhalten. Die Verwaltung selbst verfügt nach eigener Aussage über keinen solchen Datensatz. Die vollständige Liste wurde Bürgermeister Häckel am Mittwoch im Rathaus übergeben.

„Wir würden uns wünschen, dass künftig die Verwaltung diese aufwendige Arbeit weiter führt, was und wie viel an welcher Stelle gebaut wird. So ließe sich dann auch der Verlust von Dauerwohneinheiten, durch Rückkopplung mit dem Melderegister besser dokumentieren“,

erklärte Birte Wieda, die Gründerin des Bürgernetzwerks „Merret reicht’s – aus Liebe zu Sylt“.  Die Politik müsse solche Daten bekommen, um in Zukunft besser entscheiden und planen zu können.
„Es kann nicht sein, dass es das Bürgernetzwerk braucht, um zusammenfassend zu dokumentieren, was an Baumaßnahmen in unseren Gemeinden beschlossen wird“, ergänzt Wieda.“

Merret“ wertete in mühevoller, ehrenamtlicher Arbeit zahlreiche  Protokolle von Januar 2020-Oktober 2020 aus.

Hier das Ergebnis:

Der Bauausschuss der Gemeinde Sylt genehmigte in 2020 135 Neubauten und 149 Ferienwohnungen im Gemeindegebiet.
Die KommunalpolitikerInnen stimmten dem Abriss von 21 Objekten zu. 39 Wohneinheiten fielen weg, dafür wurden in diesem Zeitraum 275 neue Einheiten für Wohneigentum genehmigt, davon entfielen allein auf Ferienwohnungen 149 Objekte. Immerhin 137 Einheiten hatten Dauerwohnen zum Ziel. Überraschend hoch ist der Zuwachs an Garagen und Stellplätzen. Hier stellte das Bürgernetzwerk im genannten Zeitraum die Genehmigung von 115 neuen Parkplätzen fest.

Die Analyse der Protokolle hat zudem ergeben, dass in Westerland 41 Objekte betroffen sind, in Tinnum 18, in Morsum 14, in Keitum 13, in Rantum 9 und in Archsum 8.

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Wer genau wird Millionär im Sylter Immobilien-Poker?

Stell dir vor, du sitzt bei Günter Jauch und bist bis zur 1 Million Euro Frage gekommen.

Die zielt auf den Sylter Immobilienhandel ab ( im Vergleich zur Ferienvermietung und zum Baugewerbe, den anderen beiden wichtigen Wirtschaftszweigen der Insel)

Für die Beantwortung gibt er dir zwei Tipps:

Auf Sylt werden jährlich rund 250 Millionen Euro durch Ferienvermietung umgesetzt und im Baugewerbe sind es ebenfalls rund 250 Millionen Euro.

Wie hoch, lieber Kandidat ist der Umsatz der Immobilienwirtschaft auf Sylt?

Ebenfalls 250 Millionen?
Oder 420 Millionen?
Oder 800 Millionen?
Bingo! Es sind 800 Millionen Euro!

Und man darf staunen: 52 Millionen Euro fallen dabei für das Land ab (bei 6,5% Grunderwerbsteuer)

Das Unglaublichste aber wird deutlich, wenn man die Zahl in Relation setzt:

In Schleswig-Holstein beträgt das Gesamtaufkommen der Grunderwerbsteuer 735 Millionen, diese Summe wird auf einer Fläche von 15.763 Quadratkilometern erwirtschaftet (so groß ist unser schönes Land nämlich)

Nun wissen wir Sylter, dass unsere Insel die Größe von 99 Quadratkilometern hat. Was folgt daraus?

Die Insel Sylt  erwirtschaftet  auf  nur 0,63% der Gesamtfläche 7% des gesamten Steueraufkommens des Landes in Bezug auf die Grunderwerbsteuer. 

Diese Zahlen veranschaulichen, warum das Land praktisch kein Interesse daran hat, den Bauboom auf Sylt Einhalt zu gebieten. Ganz im Gegenteil, Dünenpark in List, Lanserhof und Dünenkrone werden genehmigt, indem man die rechtlichen Grundlagen dafür „angepasst“ hat (Regionalplan und Raumordnungsvertrag).

Und was wäre möglich, wenn du die 1 Million gewinnen würdest? Vieles – aber kein schönes Häuschen auf Sylt, das ist nämlich teurer.

Merret macht ViKo!

Merret trifft sich erstmalig wieder in grosser Runde- natürlich Online

Erstmalig in diesem Jahr kommen das Bürgernetzwerk mit seinen ganz aktiven wieder in grosser Runde zusammen. Corona hatte solche Treffen bislang verhindert, aber jetzt ist Merret soweit mit Technik versorgt, dass ein Videotreffen online mit mehr als 30 Personen möglich wird. Um 19 Uhr geht es los- Merrets erste Videokonferenz im grossen Stil!

Liebe Sylterinnen und Sylter, liebe Freundinnen und Freunde, denen diese Insel am Herzen liegt,

Sylt wird nicht größer. Sylt wird kleiner. Die Nordsee nimmt sich jedes Jahr ihren Teil. Aber auch die Menschen greifen zu. Man hat das Gefühl, dass Sylt verliert. Jeden Tag ein Stück mehr. Seine Wiesen, seine Gärten, seine alten Häuser, seine Weite, seine Bewohner, seine Lebenslust. Sylt verliert, was es so einzigartig macht – seine Identität.

Ich selbst bin auf Sylt aufgewachsen und betreibe seit 27 Jahren eine kleine Goldschmiede in meinem Heimatort Keitum. Auch meine Tochter ist hier groß geworden. Nun bin ich zunehmend von leeren Häusern umgeben. Der Corona-Lockdown zeigte es besonders deutlich, 80 Prozent der Häuser und Wohnungen in meiner direkten Umgebung sind unbewohnt. Und es wird immer weiter verkauft, gebaut und verdichtet. Jede noch so kleine Lücke wird ausgenutzt für neue Eigentumswohnungen, Hausscheiben, Ferienapartments, die dann wieder für den Gästebetrieb und Zweitwohnungsbesitz reserviert sind, der ansässigen Bevölkerung nicht zur Verfügung stehen.

Jedes Jahr verliert die Insel 100 Wohnungen und Häuser, in denen Einheimische gelebt haben. Das soziale Gefüge unter uns Syltern löst sich langsam auf. Unser wunderschöner Lebensraum ist nun ein Wirtschaftsraum geworden, in dem in erster Linie der Markt regiert. Und nicht mehr der Mensch.

Die Straßen sind für den wachsenden Autoverkehr nicht ausgelegt. Der Tourismus ufert aus. An einem Sommertag tummeln sich mehr als 100.000 Menschen auf dieser kleinen Insel. Fünfmal so viele wie die Insel Einwohner hat.

Es ist genug. Sylt ist auf falschem Weg. 

Jeder von uns spürt es auf seine Weise in seinem Ort, wir können und dürfen so nicht weitermachen. Der Luxus ist für Sylt zur Bedrohung geworden. Das sollte allen zu denken geben. Nicht nur viele Einheimische empfinden das so, man hört es auch überlaut von Urlaubern und Zweitwohnungsbesitzern. Sie vermissen Ruhe und Entschleunigung. Das Besondere ist dem Beliebigen gewichen.

Wenn sich nun auch schon unsere Gäste unwohl fühlen, dann sollten alle Alarmglocken schrillen. Es war für alle so einfach in den vergangenen Jahren, Sylt bot für jede Geschäftsidee, jedes Event, die verrücktesten Ideen Platz und Möglichkeit.

Ich weiß, dass es enormer Anstrengungen bedarf, gemeinsam mit der Politik und der Verwaltung Veränderungen durchzusetzen. Aber wenn wir es jetzt nicht versuchen, darf uns die nachfolgende Generation zu Recht den Vorwurf machen, dass wir die Insel zu früh aufgegeben haben. Aus diesem Grund gibt es seit einigen Monaten das insulare, überparteiliche Bürgernetzwerk „Merret reicht‘s“, um sich um diese Zukunftsthemen zu kümmern. Wir brauchen für die Zukunft alle guten Kräfte.

Wann schützen wir endlich den Altbestand des Wohnraums? Wie schützen wir „Rantum Inge“ und unsere letzten Denkmäler? Sylt kann und muss endlich seinen Beitrag zum Schutz des Klimas leisten – es liegt in unserem ureigensten Interesse! Wie schützen wir die einzigartige Natur in List, wo die Stadthäuser der verschiedensten Projekte wie „Dünenpark“ und „Dünenkrone“ die Landschaft unwiederbringlich zerstören werden? Was wird die Coronakrise aus unseren Jugendherbergen und Erholungsheimen machen, die an den schönsten Orten der Insel stehen? Es kreisen schon die Investorengedanken über diesen Immobilien…

Diese Landesregierung hat sich zwar die „Ressourcenschonung“ auf die Fahnen geschrieben, doch Papier ist geduldig. Wir erleben, wie landesplanerische Vorlagen, die sich momentan in Neuaufstellung befinden, deutlich in eine andere Richtung weisen. Ausgerechnet für Sylt wurden die bisher noch restriktiveren Planungsziele des Landes mit einem Abweichungsverfahren befördert. Ergebnis ist ein Feriendort mit neunzig Einheiten in List. Warum? Wozu?

Wir Sylter erleben, wie wirtschaftliches Wachstum die Abwirtschaftung der Inselgemeinschaft bedeutet. Es geht nicht mehr um Wohlstand. Wir werden am Luxus ersticken.

Sylt ist mit diesem Problem nicht allein. Palma, Barcelona, Venedig arbeiten längst an Strategien für eine bessere Balance zwischen Tourismus und Alltagsleben.

Unsere Nachbarn an West– und Ostküste schauen inzwischen mitfühlend auf uns, und wollen sich selbst unbedingt vor „Sylter Verhältnissen“, der „Syltrifizierung“, schützen.

Die Gemeinde Sylt wählt am kommenden Sonntag einen neuen Bürgermeister. Es sollte derjenige gewählt werden, der besonnen, aber auch mutig und entschlossen, diese Probleme in Angriff nimmt, der die Nöte der hiesigen Bevölkerung im Blick hat. 

Es sollte derjenige gewählt werden, der für uns Bürgerinnen und Bürger und niemand anderes „Partei ergreift“. Und der auf mehr Bürgerbeteiligung und Dialog setzt.

In den nächsten sechs Jahren wird er sehr wesentlich dazu beitragen müssen, dass unsere Insel als Heimatort gestärkt wird und dazu all sein Fachwissen brauchen.

Und wir Bürgerinnen und Bürger müssen ihm dafür den Rücken stärken – aber auch einfordern, was uns vor der Wahl versprochen wurde.

Nur als Heimatort kann Sylt auch weiterhin noch ein guter und qualitativ hoher Wirtschafts- und Erholungsort bleiben. Es braucht mehr Miteinander und ein klares Bekenntnis zu Sylt als Ganzem.

Und dazu müssen wir jetzt erst einmal wählen gehen!!

 

Birte Wieda

für „Merret reicht`s – aus Liebe zu Sylt“

Leserbriefe und Repliken

Leserbrief in der Sylter Rundschau zu: Sylter Kaufleute fordern Hilfe

Am 8.3. fand sich ein interessanter Bericht in der Sylter Rundschau.
Die Sylter Unternehmer planen nichts Geringeres als „einen Zuwachs an Wertschöpfung“. Ab November soll unsere Insel die „Weihnachtsinsel Sylt“ werden. Insbesondere Westerland soll als „zauberhaftes Winter Wunderland“ illuminiert werden, und so viele Gäste anziehen, dass die Corona-Einbußen hoffentlich aufgefangen werden. Gesamtkosten für ein jährlich stattfindendes Lichtspektakel betragen geschätzte 500.000.- €, die sich im Laufe der kommenden Jahre amortisieren  werden.

Ein Vorschlag, den man mehrmals lesen muss, um ihn in Gänze zu begreifen.

In den letzten Monaten wurde sehr deutlich, dass die Mehrzahl der Bewohner das nicht mehr will. Kein Mehr an Gästen, kein Mehr an Unruhe, kein Mehr an Verkehr. Nachzulesen in der von der Sylt Marketing Gesellschaft in Auftrag gegebenen Analyse und zu erkennen an der Tatsache, dass Bürgernetzwerke wie „Merret reicht´s“ regen Zulauf haben.

Auch die Bürgermeisterwahl zeigt deutlich, dass die konservativen Wahlprogramme, die den Autoverkehr nicht in seine Schranken weisen will und der Landesregierung beim weiteren Ausbau des Tourismus folgen,  einfach keine Mehrheiten mehr finden.

Und trotz dieses signifikant auffälligen Widerstandes der Einheimischen planen die unternehmerischen Entscheidungsträger dieser Insel,  ein „weiter so“. Beziehungsweise ein „wir brauchen noch mehr als bisher.“

Hört hier jemand nicht richtig zu? Oder ist das bewusste Ignoranz?

Das Verblüffendste aber ist, dass wohl alle und jeder verstanden haben, dass es langsam mal auf Nachhaltigkeit ankommt, weil wir in einer Zeit der wachsenden Klimakatastrophe leben. Unsere Insel wird in Zukunft ganz besonders gefährdet sein und die Antwort auf unsere Probleme ist eine energieverschwendende Beleuchtung zu Weihnachten???

Wo auch immer das Problem liegen mag, eines ist klar: auf Sylt stimmt irgendetwas mit der Kommunikation nicht. Und hier waren sich ja zum Glück alle, die unbedingt Bürgermeister von Sylt werden wollten, einig: die Bürgerbeteiligung muss verstärkt werden.

Lasst uns gleich damit anfangen! Lasst uns darüber nachdenken, ob das posten von beleuchteten Masten oder Weihnachtsmännern bei Instagram ein Hinweis darauf ist, dass die SylterInnen gerne eine Verlagerung der Saison in den Winter haben möchten.

Lasst uns überlegen, was man mit 500.000,- € sinnstiftend machen kann, um unsere Sozialstruktur zu stärken. Lasst uns deutlich machen, was wir am dringendsten benötigen.

Aus Liebe zu Sylt
Bürgernetzwerk „Merret-Reichts“
im Namen des Strategiekreises
S.v.Bremen

Leserbrief-Antwort der Sylter Unternehmer vom 13.3.21

„Bringt Euch aktiv in die Politik ein“

Liebe Silke von Bremen,
wir schätzen Dein Engagement zum Erhalt der Sylter Geschichte und des Sylter Brauchtums. Die Art und Weise, wie Du jedoch in Deinem Leserbrief „Hört hier jemand nicht richtig zu?“ in Richtung des Vereins Sylter Unternehmer austeilst, können wir allerdings nicht unkommentiert stehen lassen. Ein „Schneller, Höher, Weiter“ wird es auf Sylt in Zukunft so wie bisher sicher nicht mehr geben, das ist uns schon länger klar und wir versuchen, die Themen Ökologie, Tourismus und Inselliebe unter einen Hut zu bringen, was bestimmt nicht einfach ist.
Du gehst beispielsweise auf das Thema Nachhaltigkeit ein, sprichst von einer „energieverschwendenden Beleuchtung“. Was bringt Dich zu der Annahme? Die (ohnehin beeinflussbare) Anzahl der Objekte? Wusstest Du, dass die in dem Konzept geplante Winterbeleuchtung trotz des Einsatzes von größeren 3D-Objekten aufgrund der Verwendung neuester energiesparender (und entsprechend langlebiger) Technik eine Ersparnis von ca. 30 Prozent im Vergleich zum Verbrauch der jetzigen Beleuchtung darstellt?
Des Weiteren sind viele der eingesetzten Materialien mit einem Holzanteil von bis zu 40 Prozent hergestellt und bestehen aus einem Biowerkstoff, der zudem zu 100 Prozent recyclebar sowie stofflich wiederverwendbar ist.
Warum suchst Du hier nicht das Gespräch, bevor Du zu derartigen Schlussfolgerungen kommst? Du hast offensichtlich völlig recht, „dass auf Sylt irgendetwas mit der Kommunikation nicht stimmt“.
Was in dem Artikel „Sylter Kaufleute fordern Hilfe“ zum Ausdruck kommen sollte: Der stationäre Handel ist in Gefahr. Deshalb braucht es attraktive Innenstädte, um diesen Ort der Begegnung und auch dessen wirtschaftliche Strukturen mit einer eigenen Identität durch inhabergeführte Geschäfte zu erhalten. Die Wirtschaft ist ein immer gern gesehener Partner, wenn es zum Beispiel um Spenden und Unterstützung zum Erhalt von Kultur- oder Kunstprojekten, der Anschaffung zum Beispiel von Vereinsbussen für Sportvereine oder ähnliches geht. Solche Unterstützung liefern wir gerne. Aber das Geld muss auch irgendwann verdient werden.
In der Konsequenz geht es darum, die Aufenthaltsqualität und Attraktivität in der Innenstadt zu erhalten – das gilt übrigens gleichermaßen für Gäste und (!) Einheimische. Wenn die Innenstädte eingehen, Leerstände zunehmen und verkommen, kann das doch einem Bürgernetzwerk wie Euch nicht egal sein. Zumal die Wirtschaft in den jetzigen Coronazeiten jede Hilfe braucht, um über die Runden zu kommen, Ausbildungs-, Arbeitsplätze und Perspektiven zu erhalten. Es geht doch jenseits jeder Emotionalität um eines: Eine mittlerweile über 15 Jahre alte Weihnachtsbeleuchtung zeitgemäß und zukunftsfähig auszutauschen – sowohl hinsichtlich Technik als auch Optik – und die Innenstadt dadurch in der Winterzeit aufzuwerten.
Du forderst weiter eine verstärkte Bürgerbeteiligung. Interessanterweise hat gerade diese über den Beleuchtungswettbewerb aktiv stattgefunden. Die Teilnahme und das Interesse der Einheimischen (Gäste waren ja zu der Zeit nicht auf der Insel) waren beeindruckend hoch. Uns erreichte viel Zuspruch, viele Sylter (!) genossen die Inszenierungen und verbanden dies mit einem Bummel in der dunklen „Lockdown-Zeit“ durch die Innenstadt.
Zudem: Die Konzeptidee besteht aus mehreren veränderbaren Komponenten. Dabei bezieht sich die von Dir genannte Summe von 500 000 Euro auf eine Umsetzung des kompletten Konzeptes im Westerländer Innenstadtbereich. Es können aber auch nur Teile realisiert oder eine Investition auf mehrere Jahre gestreckt werden. Unsere Bemühungen zielten darauf ab, einen Vorschlag für die Politik zu entwickeln und das Thema voranzubringen. Denn: Der Austausch der vorhandenen Beleuchtung wird ohnehin zeitnah anstehen.
Du stellst die Frage „Hört hier jemand nicht richtig zu?“. Es kommt einem eher so vor, als hört Ihr genau das, was Ihr auch hören wollt und wo Ihr die einzelnen Akteure verortet, ohne Euch mit den Hintergründen vertraut zu machen. Wenn dann auch noch jemand von einem „Zuwachs an Wertschöpfung“ spricht, schreckt das Bürgernetzwerk offensichtlich ganz empfindlich zusammen. Da wird selbst ein Projekt wie der Austausch einer Weihnachts- oder Winterbeleuchtung Ausdruck der emotionalen Diskussion um die touristische Entwicklung der Insel. Ihr wollt Bürgerbeteiligung und Einflussnahme? Die gibt es: Bringt Euch aktiv und konstruktiv selbst in die Politik ein, macht Lösungsvorschläge und gestaltet die Entwicklung mit.

Karl Max Hellner, Vorsitzender, Verein Sylter Unternehmer

Kommentar von Merret dazu:

Im September letzten Jahres haben Birte Wieda und Karl Max Hellner sich darüber ausgetauscht, dass man unbedingt miteinander reden müßte.
Herr Hellner wollte sich wieder melden… dabei blieb es.

Birte Wieda hat ihn jetzt erneut angeschrieben und um ein Treffen gebeten:

„Die Zukunft wird sich verändern, ob wir wollen oder nicht, langsam sollte es allen klarer geworden sein – da wäre es besser, rechtzeitig und gemeinsam mit dem aktiven Gestalten anzufangen – darüber würden wir gern mit Euch sprechen… “

Wir freuen uns auf das Gespräch!

 

 

 

 

 

 

Merret wird zur Wahlhelferin- Interviews mit allen BGM-Kandidaten ab Petritag!

Unser Bürgernetzwerk führte ab dem Petritag (22.2.) im Netz eine Live-Interview-Reihe mit allen Kandidaten zur Bürgermeisterwahl der Gemeinde Sylt. An vier Abenden hintereinander stellten sich die Bewerber einzeln den Fragen des Bürgernetzwerks. Bevor dann am 7. März 2021 gewählt wird. 

„In Coronazeiten sind die Bedingungen, sich als Bürger ein Bild zu machen und als Kandidat einen Wahlkampf zu führen beiderseits erschwert. Dazu wollen wir Hilfe leisten und informieren“, erklärt Birte Wieda, Goldschmiedin aus Keitum und Initiatorin des Bürgernetzwerks. „Wir sorgen uns um unsere Insel, um bezahlbaren Lebensraum und auch um den Erholungswert für unsere Gäste.“

Die Interviewreihe sollte mehr Klarheit schaffen, welcher Kandidat der beste sei; für eine Zukunft mit ausgewogenem Zusammenspiel von Natur, Gemeinschaft und Tourismus auf Sylt.

Gleich nach Biike, am Montag den 22.Februar, sind die Kandidaten jeweils an den aufeinanderfolgenden Tagen ab 18:00 Uhr bei https://www.facebook.com/MerretSylt/ live zu sehen gewesen. Die Interviews führte Karl-Heinz Rüther, Mitglied des Strategiekreises von „Merret reicht’s – aus Liebe zu Sylt“. 

Den Auftakt, am 22. Februar, 18:00 Uhr, bestritt der aktuelle Amtsinhaber Nikolas Häckel (parteilos).

Am Dienstag, 23. Februar, 18:00 Uhr, stellte sich Ralf Obluda-Kruber (parteilos) vor

Am Mittwoch, 24. Februar, 18:00 Uhr, folgte Lars Schmidt (Partei Zukunft.Sylt)

Am Donnerstag, 25. Februar, 18:00 Uhr, präsentierte sich Clemens Raab (CDU).





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Alle Interviews bleiben auf der Merret-Facebook-Seite auch noch nach der Live-Sendung verfügbar. Zusätzlich werden die Kandidaten-Interviews auf den Youtube-Kanal des Bürgernetzwerks hochgeladen und hier auf der  Homepage zu sehen sein. 

Ein neues Sylter Lied für die BIIKE

Merret präsentiert:
DAS Musikvideo  zur BIIKE 2021

„Wir schicken in diesen trüben Zeiten ein musikalisches Licht in die Welt.“

Die Musik steuerte der Sylter Musiker Jörn Ingwersen – auch als „Jörnsson“ bekannt bei, der für Merret die Nationalhymne „Üs Sölring Lön“ aus dem Friesischen ins Hochdeutsche und damit in die Moderne übersetzt hat.

 

Und hier zum Download als mp3

 

Liebe Sylter, liebe Freunde der Insel Sylt.

„Wir feiern am Sonntag den 21.2. 2021 die Biike. Feiern wir? …. Wir sollten feiern!

Biike am 21.02.2021 zu feiern heißt, die Gelegenheit der alten Tradition bewusst zu nutzen um in diesen besonderen Zeiten etwas Neues und Eigenes in der insularen, dörflichen und nachbarschaftlichen Gemeinschaft daraus zu machen.
Wer mit anderen Menschen am Feuer steht, spürt Geborgenheit und Wärme, vielleicht ist es das, was wir in diesem Jahr am meissten vermissen werden, wo wir uns zum ersten Mal seit langer Zeit nicht um die Biikefeuer der Dörfer versammeln können.

Aber eine Biikerede darf da dennoch nicht fehlen, und so ehren wir heute Christian Duwe (1948-2010) der sich schon vor 20 Jahren als Ortsbeiratsvorsitzender von Keitum mit Sorge und Klarheit, für gelingendes Miteinander einsetzte. Seine 2001 an der Biike gehaltene Rede ist bis heute brandaktuell. Leider ist er viel zu früh verstorben.

Wir sollten sie vermissen, unsere Biike in diesem Jahr – es tief im Innern spüren und es feiern.

Und Jetzt hier zum Musikvideo gern mitsingen und den Spirit weiter geben!:

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Zur

Biikerede von Christian Duwe 2001