Autor: Lothar Koch

Merret freut’s: Zeitenwende auf Sylt

Es gibt Momente, die verdienen mehr als ein kurzes Innehalten. Für das Bürgernetzwerk Sylt war ein solcher Moment die Bauausschusssitzung am Montag, um 20.20 Uhr im Kongresszentrum. Der Augenblick, als das Gremium ohne Gegenstimme oder Enthaltung der Beschlussvorlage zum Beherbergungskonzept für die Gemeinde Sylt zustimmte. „Das ist der erste und entscheidende Schritt für eine lebendige, liebens- und lebenswerte Zukunft auf Sylt. Dieses einstimmige Votum hat Kraft und ist die Grundlage für alles weitere. Die Politik hat fraktionsübergreifend die Dringlichkeit unseres Anliegens erkannt. Der Kreis und das Land unterstützen den Sylter Kurswechsel. Wir sind auf dem richtigen Weg und können mit unserem Vorgehen vielleicht sogar eine Vorreiterrolle für die touristische Entwicklung in der Region und in ganz Schleswig-Holstein wahrnehmen“, resümiert Birte Wieda stellvertretend für alle Mitstreiter*innen des Bürgernetzwerkes „Merret reicht’s-Aus Liebe zu Sylt“. Merret möchte heute allen Bauausschussmitgliedern für dieses eindeutige, positive Votum danken, der Verwaltung für die Vorarbeit und der Freude darüber Ausdruck verleihen, wie viele Bürger*innen dem historischen Moment beigewohnt haben.  Jetzt heißt es für die Merrets, für alle Sylter Bürger*innen und vor allem …

Liegt im Ruhe die Kraft um Sylt aus der Misere zu holen?

Eigentlich reichen fünf Worte: ES WAR EIN GROSSARTIGER ABEND Hier geht es zur abendlichen TV Produktion von Sylt1 TV: https://youtu.be/8sdFKt6Dfrs Der Wirtschaftsminister des Landes Schleswig-Holstein Claus Ruhe Madsen kam nach eigenem Bekunden als „Grillgut“ auf die Insel.  Doch die Insulaner hatten offenbar nicht den Willen, den Minister zu grillen. Vielmehr setzten sich einige Spasseinlagen, wie diese, sowohl von ministerieller Seite, als auch von Seiten der Moderatorin eine Zeitlang fort, sodass sich eher eine launige Atmosphäre à la 3Nach9-Talkshow , statt einer scharfen Podiumsdiskussion entwickelte. Natürlich ging Moderatorin Susanne Matthiesen auch gleich zum „Du“ gegenüber dem Minister über:“Dänen lassen sich gern duzen“, meinte sie und der Minister C.Ruhe nickte. Bemerkenswert seine mit einem Augenzwinkern versehene Aussage: „Wenn ihr eine Königin hättet, wie wir Dänen, hättet ihr wohl nicht diese Probleme“. Es wurde gelacht, sogar gesungen, gestritten, diskutiert und viel zugehört. Auf der Bühne des Friesensaals hatten wir eine tiefenentspannt-fröhliche Moderatorin, einen ähnlich entspannten Minister, eine erstklassig argumentierende Merret Vertreterin, einen beschlagenen Herrn Mantik und ein erfahrenes Mitglied des politisch-wirtschaftlichen Establishments der Insel. Ein großes Dankeschön an …

Veranstaltung am 24.8. im Friesensaal: Wem gehört die Insel?

Bei den MERRETS geht es diesen Sommer Schlag auf Schlag: Vor ein paar Tagen war das Kulturjournal vom NDR auf Sylt, um uns zu interviewen, hier geht es zur Sendung vom 15.8. Ansonsten laufen wir uns warm für unseren grossen Event im Friesensaal: WEM GEHÖRT DIE INSEL- mit unserem neuen SH-Wirtschaftsminister  Claus Madsen. Die SR berichtet bereits im Vorfeld:Link zum Artikel   Wir brauchen dringend neue Lösungen. Und um neue Wege zu bestreiten, muss man miteinander reden. Robert Habeck hatte leider keine Zeit, aber unser neuer Wirtschaftsminister in Schleswig Holstein, Claus R. Madsen kommt am 24.8. in den Friesensaal! Dazu Uwe Mantik, ein Experte der Stadtentwicklung, der eine Art „Masterplan“ für Sylt entwickelt hat und uns ermutigt, alte Wege zu verlassen. Dirk Erdmann ist ein Experte in Sachen Kommunalpolitik und außerdem Vorsitzender der DEHOGA. Für MERRET auf der Bühne ist Birte Wieda. Die Moderation übernimmt Susanne Matthiesen. Wir freuen uns auf den Abend und fürchten, dass die Tickets nicht reichen. Das macht aber nichts: Sylt1  TV wird den Abend aufzeichnen und übertragen.

Medien machen Merret´s Meinung Mainstream-tauglich

Es ist Sommer. Die Temperaturen lassen zwar manchmal an Herbst denken, aber ansonsten ist es durchaus hitzig auf der Insel. In den Debatten, in der Stimmung, in der Presselandschaft. Wie jedes Jahr schickten die großen Redaktionen ihre MitarbeiterInnen zur Recherche nach Sylt. Aber 2022 scheint ein Wendepunkt zu sein. Anstelle von Sonne, Strand, Promis und Partys – Lindners Hochzeit mal ausgenommen-  wecken in diesem Jahr Themen wie Overtourismus, Wohnungsnot und die Lebenswelten der Einheimischen das Interesse. Das liegt u.a. an der großen Medienresonanz zur Veröffentlichung eines Beherbergungskonzeptes, das die Gemeinde Sylt in Auftrag gab. Dem ersten und einzigen Masterplan für die Zukunft, wünschenswert für die gesamte Insel. Die Redakteure sprechen kaum mit den Sylter Politikern, aber alle treffen sich mit Mitgliedern aus dem Bürgernetzwerk „Merret reicht´s – Aus Liebe zu Sylt“,  als wenn sie in der Lage wären, die vielfältigen Probleme dieser Insel zu lösen.  Gestern erschien die ZEIT und hier darf man lesen: »Man wünscht sich einen intakten Lebensraum, in dem der Tourismus den Einheimischen ein gutes Auskommen bietet, und einen Alltag, der zu …

Was ist das BHK?

Das Beherbergungskonzept (BHK) Zu viele Ferienwohnungen. Zieht Sylt die „Notbremse“? Vielen Zeitungen – bundesweit – war das neue „Beherbergungskonzept“ eine Schlagzeile wert. „Insel zu voll! Wie Sylt jetzt gegen den Tourismus vorgeht“ (Mopo), „Kommen schärfere Regeln für neue Ferienunterkünfte“ (RND), „Immobilienboom auf den Nordseeinseln: Sylthaft teuer“ (Spiegel), „Sylter wollen Tourismus begrenzen“ (Abendblatt) oder „Keine neuen Ferienhäuser mehr auf Sylt“ (Bild). Anlass war die Vorstellung eines neuen Gutachtens, das eine Begrenzung der Feriennutzung für unabdingbar hält, wenn die Infrastruktur der Insel auch weiterhin funktionieren soll. Worüber reden wir? Was ist das „Beherbergungskonzept“? Wie steht „Merret reicht’s – Aus Liebe zu Sylt“ dazu? Hier geben wir unsere Einschätzung ab. Am 3.Mai 2022 wurde anlässlich der Sitzung des Bauausschusses der Endbericht zum möglichen Beherbergunskonzept der Gemeinde Sylt durch die Beratungsgesellschaft CIMA vorgestellt. Das Beherbergungskonzept wäre dann, wenn verabschiedet, eine einheitliche rechtssichere Beurteilungsgrundlage für den Umgang mit Nutzungen, die der touristischen Beherbergung dienen. 

Was ist gut? Es handelt sich um eine bislang fehlende systematische, Erfassung der Ist-Situation von touristischem Angebot und dessen Einbettung in die baurechtlichen Zusammenhänge. Sie stellt …

Auf Sylt brennt es an allen Ecken und Enden.

Auf der Vorstellung des Gutachtens der Firma Cima Beratung + Management GmbH aus Lübeck durch Herrn Mantik am 3. Mai im Schulzentrum von Westerland fehlte es nicht an deutlichen Worten. Sylt wird um ein Beherberungskonzept gar nicht mehr herumkommen, wenn man das Leben auf dieser Insel erhalten will und den Ausverkauf stoppen. Es reicht einfach. Will man dem Bauboom und rasanten Ausverkauf der Insel überhaupt etwas entgegensetzen, gibt es keine Alternative zu diesem Konzept, machte Mantik klar. Er habe mit seinem Büro schon Baden Baden, Heidelberg und Neuschwanstein beraten. Orte, die durchaus vergleichbare Premiumdestinationen wie Sylt wären, aber nirgendwo sei ihm einer Situation wie auf dieser Insel vorgekommen. Es gäbe keine Entwicklungsräume mehr auf der Insel. Egal in welches touristische Segment man schaue, Sylt habe alles in reichlichem Maße – und das flächendeckend. Wenn in der Gemeinde Sylt 7.500 Ferien- und Nebenwohnsitze rd. 11.000 Dauerwohnungen für Sylter entgegenstehen ist das ein eklatantes Missverhältnis. Die bisherige Sylter Methode, eine Dauerwohnung durch drei Ferienwohnungen zu finanzieren, ist einfach kein zukunftsorientiertes Modell. Es muss der sofortige Stopp des …

Dauerwohnraum auf Sylt schaffen! © Hans Jessel

Unabhängiges Gutachten bestätigt Merrets Bedenken

Jetzt Schwarz auf Weiß: Ferienwohnungen erdrosseln das Inselleben auf Sylt Seriöses Gutachten mit erschreckenden Ergebnissen. Bauausschuss lädt Bürger und Bürgerinnen für kommenden Dienstag ins Schulzentrum Sylt ein. 19:30 Uhr. „Die Menge des zweckentfremdeten Wohnraums ist bereits heute viel zu hoch und alle Teillagen der Gemeinde sind von den Effekten betroffen, es wird höchste Zeit offensiver gegenzusteuern.“ Das ist – zusammengefasst in einen Satz – das Ergebnis einer umfangreichen Studie, die von der Gemeinde Sylt in Auftrag gegeben worden war und kommenden Dienstag im Schulzentrum diskutiert wird. „Die Wirkung gefährdet in einigen Lagen bereits die Aufrechterhaltung des Ortsteillebens, da immer weniger Dauerbevölkerung bspw. für das Ehrenamt, soziale Einrichtungen oder auch als Arbeitskraft zur Verfügung stehen.“ Wer die 117 Seiten dieses Gutachtens liest, bekommt ein realistisches Bild, in welcher bedrohlichen Schieflage sich die Insel Sylt bereits befindet. Merret zitiert wichtige Passagen aus dem Gutachten. +++ Ausufernde Bautätigkeit +++ „Die Gemeinde Sylt verzeichnet seit dem Jahr 2011 eine eher stagnierende Bevölkerungszahl. Am 31.12.2020 lebten 13.818 mit Hauptwohnsitz in der Gemeinde Sylt (Statistik Nord 2021). Das entspricht gegenüber dem …

Bürgerbeteiligung

Kein Bürgerrat für Sylt – klares Votum der Gemeindevertretung 

In der Gemeinde Sylt wird es auf absehbare Zeit keinen Bürgerrat geben. Eine überwältigende Mehrheit in der Gemeindevertretung erteilte dem Konzept für mehr Bürgerbeteiligung eine klare Absage. Mit 17 Nein-Stimmen, bei nur 7 Ja-Stimmen (und keiner Enthaltung) machten die Kommunalpolitiker*innen kurzen Prozess. CDU, SPD, SWG und Insulaner waren sich einig: Die Bürgerfragestunde und die Ortsbeiräte reichten als Instrumente aus, um die Sylter*innen angemessen in den politischen Prozessen zu berücksichtigen. Die Grünen, der SSW und die Partei Zukunft hingegen sahen Bedarf für einen repräsentativen Bürgerrat nach Losverfahren und stimmten dafür. Zu wenige. Das Bürgernetzwerk „Merret reicht’s – aus Liebe zu Sylt“ zeigte sich enttäuscht. Gründerin Birte Wieda aus Keitum: „Es bleibt ein großes Rätsel, wie wir hier auf Sylt überhaupt noch zu Antworten in den ganz großen Fragen der Zukunft in Bezug auf Tourismus, Klimaneutralität, Ausverkauf, Dauerwohnraum und Verkehrskollaps kommen wollen.“ Mit dieser Absage an einen Bürgerrat habe Sylt eine große Chance verpasst, zumal die Finanzierungszusage und personelle Ausstattung des Projektes bereits da war. „Es liegt kein Mehltau auf der Sylter Kommunalpolitik, sondern Beton.“ Gleichzeitig bedankte …

UN ruft Jahrzehnt für die Meere aus- Sylt macht mit!

Merret weist immer wieder darauf hin, dass unsere Insel mit ihren Dörfern und Bewohnern durch Profitgier und schädliche Projekte gefährdet ist.  Aber was wäre Sylt ohne ein gesundes, ökologisch intaktes Meer? Daß Öl, Plastikvermüllung, Fischerei und ähnliche Nutzungen die Nordsee gefährden ist nicht neu. Mit dem Klimawandel und den geplanten Massnahmen zur Energiewende kommen aber ganz neue Gefahren auf uns zu: Deutliche Meereserwärmung, Meeresspiegelanstieg, Artenverschiebung, massiver Ausbau von Offshore-Industrie… Deshalb unterstützt Merret in diesen Tagen ein Projekt der Vereinten Nationen (UN): Am 9. März kann man online eine Konferenz verfolgen, in der sich Wissenschaftler über den Zustand unserer Weltmeere austauschen. Mit dabei Prof Dr. Karin Wiltshire vom AWI in List und Dennis Schaper von der Schutzstation Wattenmeer in Hörnum.(Programm unter diesem Link ) Dazu wird ein Film gezeigt, mit dem sich  Sylter Institutionen einbringen, um Hoffnung zu machen und zu zeigen, dass jeder sich für den Schutz des Meeres einsetzen kann. Er ist ab dem 9. März unter diesem Link zu finden:  

Merret hat immer Feuer- auch wenn die Biike nicht brennen darf

„Biike 2022 durfte nicht stattfinden, aber unser Engagement findet weiterhin statt und an unserem Biikesong (link) kann man sich immer wieder wärmen: klick hier: Song & Video-Link Wir lassen uns nicht unterkriegen. Von keinem Sturm, keiner Pandemie, keiner Entscheidungsverschieberitis, keinem Ausverkauf, keinem Leerstand, keinem Fachkräftemangel, keiner Wohnungsnot. Wir sind noch hier und wir sind noch nicht fertig. Die nächste Biike kommt und dann stehen wir zusammen am Feuer, lassen uns Löcher in die ollen Jacken brennen, weil ein paar Leute wieder zu doof sind, um ihre Fackel anständig zu halten und werden uns Geschichten erzählen, von den schönen Dingen, die uns auf dieser einzigartigen Insel zusammenschweißen. Die Dinge, für die es sich lohnt – trotz allem- hier zu bleiben und dafür seine Stimme zu erheben und zu kämpfen. In diesem Sinne “ leuchten wir mit dem Biikefeuer, das in unseren Herzen brennt“, wir schicken Licht und Wärme zu euch, den Duft von Grünkohl und angesengten Tannenbäumen. Wir wollen mit Euch Lachen und die Insel gemeinsam zu unserem Lieblingsort machen. Darauf freuen wir uns!“ Eure Merrets