Autor: Lothar Koch

Wie Sylt gegen illegale Ferienwohnungen vorgeht- DLF berichtet

Die Sommersaison 2024 wird auf Sylt eine ganz besondere sein. Zum ersten Mal steht nicht mehr jede Ferienwohnung zur Verfügung, denn die Kreisbaubehörde hat bereits einige stillgelegt. Die negativen Folgen eines ausufernden Tourismus auf Deutschlands beliebtester Ferieninsel sollen künftig begrenzt werden. Deutschlandfunk-Korrespondent Jörn Schaar hat zum Start in die Urlaubssaison auf der Insel umgehört und auch mit Merret-Gründerin Birte Wieda gesprochen. Seine Radioreportage ist hier dokumentiert.

Nach der Wahl: Merret fordert Planungsverband.

Es gab am 14. Mai 2023 wenig Grund zum Jubeln, als die Wahlergebnisse langsam bekannt wurden. Weder gab es eine ausreichende Wahlbeteiligung auf der Insel, noch haben sich die politischen Kräfte entscheidend verschoben. Deshalb fordert „Merret reicht’s“ einen inselweiten gemeinsamen Planungsverband Das Bürgernetzwerk „Merret reicht’s“ fordert nach der Kommunalwahl ein inselweites Bündnis aller politischen Kräfte. „Die politische Welt auf Sylt ist durch Stärkung der Oppositionen in den Gemeinden noch bunter geworden“, resümiert Gründerin Birte Wieda am Tag nach der Wahl, „umso wichtiger wird die Zusammenarbeit in einem insularen Planungsverband. Es gibt viele Kräfte, aber es gibt nur ein Ziel: eine lebenswerte Insel.“ Dass so viele kleinere Parteien und Wählergemeinschaften zulegen konnten, sei ein positives Signal für alle, die sich Veränderungen gewünscht hätten. „Wir gratulieren den Gewinnern “, so Birte Wieda. „Das Alte und das Festgefahrene lässt sich auf Sylt nur langsam auflösen. Aber alle haben mittlerweile verstanden, dass wir neue, funktionierende Konzepte brauchen, die dem Gemeinwohl zugutekommen.“ Mit der neuen Zusammensetzung aller Gemeindevertretungen sei hoffentlich auch der Weg für mehr insulare Zusammenarbeit frei, die die …

Aufruf zur Menschenkette vor Abrissstelle des alten Gasthofes in List So 26.3.

𝘽𝙖𝙪𝙫𝙤𝙧𝙖𝙣𝙛𝙧𝙖𝙜𝙚 𝙛𝙪̈𝙧 𝘼𝙡𝙩𝙚𝙣 𝙂𝙖𝙨𝙩𝙝𝙤𝙛 𝙞𝙣 𝙇𝙞𝙨𝙩 𝙚𝙞𝙣𝙜𝙚𝙧𝙚𝙞𝙘𝙝𝙩 – In List auf Sylt scheint das „Weiter so!“ noch sehr gut zu funktionieren. Auf dem Gelände, auf dem bis Silvester noch der „Alte Gasthof“ stand, sollen auf Wunsch des Eigentümers, Andreas Kammholz, nun drei Wohnhäuser entstehen. Hierfür soll auch das „Haus Dagmar“ auf dem Nebengrundstück abgerissen und die Flächen zusammengelegt werden. Eine entsprechende Bauvoranfrage ist eingereicht. Die Beschlussvorlage aus dem Bauamt sieht eine Zustimmung zu diesen Plänen vor. Man reibt sich verwundert die Augen. Was ist aus der vollmundigen Ankündigung von Bürgermeister Benck (CDU) geworden, Herrn Kammholz notfalls zu zwingen, den Gasthof wieder aufzubauen? Oder zumindest eine gastronomische Nutzung zu verfügen? Was ist aus der Ankündigung geworden, die Bebauungspläne zu ändern, damit auf dem Gelände keine neuen Ferienwohnungen entstehen? Wieso soll jetzt auf einmal das „Haus Dagmar“ auf dem Nebengrundstück abgerissenwerden, das doch auch der Erhaltungssatzung unterliegt? Auch für diesen Abriss braucht Kammholz die Genehmigung des Bauausschusses. Das wird eine spannende Sitzung am Donnerstag nächste Woche, wenn es um die Zukunft dieser Grundstücke geht. Immerhin liegt der Gemeinde List …

Merret jubiliert: „Sylt hat gewonnen!“

Beherbergungskonzept in der Gemeinde Sylt einstimmig verabschiedet – jetzt sollen andere sylter Gemeinden nachziehen. „Bravo! Das wird der Insel auf ihrem Weg in die Zukunft sehr helfen.“ (Claus Ruhe Madsen)  „Wieder ein Ort zum Leben.“ (Uwe Mantik) Keitum. Nachdem die Sylter Gemeindevertretung das Beherbergungskonzept am Donnerstag ohne Gegenstimme beschlossen hat, ist beim Bürgernetzwerk „Merret reicht’s“ die Freude groß.  „Sylt hat gewonnen!“, erklärte Birte Wieda, die Initiatorin, im Anschluss an die Abstimmung. „All denen, die es in diesem Leben nicht mehr für möglich gehalten haben, dass sich auf Sylt etwas zum Besseren wendet, sei gesagt: Es geht eben doch! Wenn wir uns gegenseitig vertrauen und zusammentun.“ Auch Schleswig-Holsteins Wirtschafts- und Tourismusminister Claus Ruhe Madsen (parteilos) zeigte sich erfreut. In einer email schrieb er direkt nach der Abstimmung an das Bürgernetzwerk: „Kaum war ich Minister, war ich auch schon bei euch auf Sylt. Bei der Veranstaltung ging es um das Beherbergungskonzept. Damals habe ich gesagt, die Insulaner müssen ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen! Wir hier in Kiel können nur unterstützen. Und jetzt sehen wir das …

„Merret reicht’s“ wehrt sich in Kiel gegen die Beschneidung demokratischer Rechte

So nicht! Die Landesregierung SH plant per Gesetz die Gemeindeordnung derart zu verändern, dass sich die Beteiligungsmöglichkeiten der Bürger:innen drastisch verschlechtern würden – mit verheerenden Wirkung vor allem  für das Baurecht, den Natur- und Klimaschutz. Das Bürgernetzwerk „Merret reicht’s“ hat mit 40 anderen Verbänden und Institutionen aus Schleswig-Holstein die Möglichkeit wahrgenommen, gegen den Gesetzesentwurf individuell Stellung zu beziehen.  Daraufhin erhielt MERRET eine Einladung aus dem Landeshaus: Sehr geehrte Frau Wieda, der Innen- und Rechtsausschuss des Schleswig-Holsteinischen Landtags möchte zusätzlich zu der bereits durchgeführten schriftlichen Anhörung eine mündliche Anhörung durchführen. Der Ausschuss bittet Sie um eine mündliche Stellungnahme in seiner Sitzung am Mittwoch, 1. März 2023, im Sitzungszimmer 142 des Landtags,Düsternbrooker Weg 70, 24105 Kiel. Als wenn wir auf Sylt keine Arbeit hätten…… 😉  Aber Birte Wieda hat die Challenge angenommen und eine beeindruckende Rede gehalten, auf EMOTIONEN gesetzt und für betroffene Stille im Raum gesorgt: „Guten Tag, herzlichen Dank für die Einladung. Ich habe mich natürlich schon bei meiner Vorbereitung durch das Lesen aller Stellungnahmen am Wochenende gefragt, womit ich Ihre Aufmerksamkeit am Ende eines …

Bürgerbeteiligung Sylt

Jamaika-Koalition will Bürgerrechte im Land einschränken- „Merret reicht’s“ wehrt sich.

„Merret reicht’s“  wehrt sich gegen die Beschneidung demokratischer Rechte So nicht! Die Landesregierung SH plant per Gesetz die Gemeindeordnung derart zu verändern, dass sich die Beteiligungsmöglichkeiten der Bürger:innen drastisch verschlechtern würden – mit verheerenden Wirkung vor allem  für das Baurecht, den Natur- und Klimaschutz. Das Bürgernetzwerk „Merret reicht’s“ hat mit 40 anderen Verbänden und Institutionen aus Schleswig-Holstein die Möglichkeit wahrgenommen, gegen den Gesetzesentwurf  individuell Stellung zu beziehen.  Schon im Dezember hatte ein Bündnis von Schleswig-Holsteiner Institutionen sich in einem Offenen Brief gegen die geplante Gesetzesänderung gewehrt. Das zeigte Wirkung: Der Innen- und Rechtsausschuss der Landesregierung plant jetzt eine Anhörung und hatte die Institutionen aufgefordert, ihre Bedenken zu formulieren. Der nächste Streich wird sein, dass „Merret reicht’s“ und die anderen Institutionen um eine persönliche Einladung zur Anhörung ersuchen werden.  Im Zentrum der Kritik an dem Gesetzentwurf steht, dass das Instrument Bürgerbegehren in Zukunft erschwert bzw. unmöglich gemacht wird. Außerdem soll die Präsenz kleiner Parteien in kommunalpolitischen Gremien eingeschränkt werden. Nach den Plänen der Landesregierung sollen Bürgerbegehren bei Beschlüssen der kommunalen Selbstverwaltung künftig untersagt werden, sofern sie …

370- jähriges Friesenhaus fiel List zum Opfer- Einwohner und Gäste entrüstet!

  Handeln – jetzt! Was für ein Start ins Jahr 2023! Skrupellose Zerstörung von Sylter Kulturgut mit (und in) List und Tücke durch einen Investor kurz vor dem Beschautermin des Denkmalamtes. Eine bewegende Trauerfeier, ein irritierender Jahresempfang, Fassungslosigkeit, mutige Worte, falsche Anschuldigungen, Grabenkriege…. Doch fangen wir von vorne an.  Wenn sich auf Sylt an einem Sonntagnachmittag weit über 500 Menschen aller Couleur nach List begeben, um ihre Empörung, Trauer und Fassungslosigkeit zu bekunden, dann muss der sprichwörtliche Baum brennen. Oder eben – wie in diesem Fall – zur Jahreswende ein Haus ohne Genehmigung abgerissen worden sein, das Jahrhunderte lang Stürmen und Unbill getrotzt hat, das Zuhause, Treffpunkt und Wirkungsstätte für so Viele war und das List Seele, bauliche Schönheit und Identität beschert hat wie nur eine Handvoll anderer Gebäude im Ort. Ohne Frage: Alle Beteiligten fanden über Parteigrenzen und mögliche Interessenlagen hinweg – deutliche Worte, um ihrem Entsetzen Ausdruck zu verleihen. Auch die Flut der Berichterstattung auf allen Kanälen, die Kommentare, Social-Media-Posts und Leserbriefe von Sylter:innen und Gästen, und die Aufgeregtheit rund um den Lister …

Merret trägt Forderungen an die Fachhochschule Westküste

 „Tourismus im Einklang mit den Einheimischen“ hieß die Fachtagung, zu der das Wirtschaftsministerium Schleswig-Holstein unter der Schirmherrschaft von Minister Madsen Anfang Dezember geladen hatte und die gemeinsam mit der Fachhochschule Westküste veranstaltet wurde. Die Landesregierung in Kiel scheint unsere Anliegen zunehmend ernst zu nehmen, denn MERRET war eingeladen worden! Der Vortrag unserer „Frontfrau“ Birte Wieda war beeindruckend, denn sie ließ die letzten 60 Jahre auf Sylt „mal so eben“ Revue passieren. „Wenn Sylt endgültig im Overtourismus versinkt, dann hat es nicht an uns gelegen“, formulierte sie und betonte,“ wir Einheimischen sind nicht das Problem, wir sind die Lösung für einen zukunftsfähigen Tourismus.“ Birte Wieda und andere Vertreter:innen des Sylter Bürgernetzwerkes „Merret reicht’s“, waren gemeinsam zur  der Fachtagung „Tourismus im Einklang mit den Einheimischen“ angereist, die u.a. von der Fachhochschule Westküste organisiert worden war.  „Bürgerinitiativen verstehen und gemeinsame Chancen sehen“  war der Titel des Vortrags, in dem Wieda munter aber eindringlich sechzig Jahre Bürgerinitiativgeschichte auf Sylt skizzierte. Hinzu kam ein Handout, mit dem das Bürgernetzwerk alles daransetzte, um eindeutig klarzumachen: „So geht es auf Sylt und …

Student*innen aus München treffen „Merret reicht’s“

Neues Denken für Sylt! Wie wird unsere Insel wieder zum besseren Lebensraum ? Tourismus-Professor Dr. Markus Pillmayer von der Hochschule München University of Applied Sciences und Birte Wieda stehen schon länger im Austausch über Themen wie „Overcrowding“, und wie man aus Sylt wieder einen intakten Lebensraum für Einheimische machen kann. (Foto: v.L.:Prof. Dr. Markus Pillmayer, Lilian Gnann, Anna Antunovic, Birte Wieda und Holger Bünte). Schon 2020 war das Bürgernetzwerk von der Fakultät Tourismus zu einer Podiumsdiskussion eingeladen worden. Nun war Pillmayer mit einer Gruppe Student*innen auf Einladung der Sylt Marketing zu Gast, um das Thema „Fachkräftesicherung und Servicequalität auf Sylt“ im Rahmen eines Studienprojektes anzugehen. Wissenschaftler Pillmayer beschäftigt sich mit „Destinationsmanagement“, d.h. im weitesten Sinne der touristischen Vermarktung von Reisezielen. Sein Augenmerk liegt aber interessanterweise in der Frage „welche Fehler werden gemacht?“ und welche strukturellen Folgen hat es, wenn dieses „Management“, mangelhaft ist? Seine Untersuchungen -insbesondere im bayerischen Raum- zeigen, welche wichtige Rolle die Bevölkerung vor Ort in den stark frequentierten Urlaubsorten spielt. Um nun den Mikrokosmos Sylt besser zu verstehen, trafen sich die Student*innen zum …

Merret freut’s: Zeitenwende auf Sylt

Es gibt Momente, die verdienen mehr als ein kurzes Innehalten. Für das Bürgernetzwerk Sylt war ein solcher Moment die Bauausschusssitzung am Montag, um 20.20 Uhr im Kongresszentrum. Der Augenblick, als das Gremium ohne Gegenstimme oder Enthaltung der Beschlussvorlage zum Beherbergungskonzept für die Gemeinde Sylt zustimmte. „Das ist der erste und entscheidende Schritt für eine lebendige, liebens- und lebenswerte Zukunft auf Sylt. Dieses einstimmige Votum hat Kraft und ist die Grundlage für alles weitere. Die Politik hat fraktionsübergreifend die Dringlichkeit unseres Anliegens erkannt. Der Kreis und das Land unterstützen den Sylter Kurswechsel. Wir sind auf dem richtigen Weg und können mit unserem Vorgehen vielleicht sogar eine Vorreiterrolle für die touristische Entwicklung in der Region und in ganz Schleswig-Holstein wahrnehmen“, resümiert Birte Wieda stellvertretend für alle Mitstreiter*innen des Bürgernetzwerkes „Merret reicht’s-Aus Liebe zu Sylt“. Merret möchte heute allen Bauausschussmitgliedern für dieses eindeutige, positive Votum danken, der Verwaltung für die Vorarbeit und der Freude darüber Ausdruck verleihen, wie viele Bürger*innen dem historischen Moment beigewohnt haben.  Jetzt heißt es für die Merrets, für alle Sylter Bürger*innen und vor allem …