Autor: Lothar Koch

Merret-Aktion in der NDR-Nordtour

„Wahlheimat Sylt“ hieß das Thema der neusten Nordtour im NDR-Fernsehen. Eine interessant geschnittene Sendung über Sylt, die Menschen vorstellt, die sich entschlossen, aus ihrer Heimat auf die Insel zu ziehen und  hier  zu leben. Stellvertretend für MERRET wurde Silke v. Bremen von unserem Netzwerk begleitet, die einst aus dem Alten Land nach Sylt zog. Die Sprecherin führte die ersten Bilder von Merret mit den Worten ein: „Diese Truppe hier ist gereizt, sie haben Gasflaschen dabei und Zündschnüre“. Was natürlich völliger Unsinn ist und vermutlich einem journalistischem Jargon geschuldet ist. Ein wenig Provokation am Anfang macht sich ganz gut. In Wirklichkeit war es ein Bunsenbrenner und viele Biike Fackeln, aus denen wir am Strand ein Herz formten- aus Liebe zu Sylt. Immerhin! Dank dieser Sendung sind wir überregional gesehen und gehört worden. Die Reaktionen sind verblüffend zahlreich und positiv, wie Familie R. aus Niedersachsen, die uns unter dem Stichwort „Wie ich mir Sylt in 20 Jahren wünsche“ schrieb „Ich wünsche mir, dass meine Enkel eines Tages das gleiche Gefühl haben dürfen wie ich vor 36 Jahren …

Merret trifft Habeck auf Sylt

Anlässlich seiner „KüstenTour“ stattete Robert Habeck der Insel Sylt einen Wahlkampfbesuch ab. Merret nutzte als Bürgernetzwerk die Gunst der Stunde und übergab folgenden Brief mit Forderungen an die grosse Politik: Westerland, den 12. Juli 2021 Lieber Robert Habeck, wir brauchen Sie! Jetzt! „Verantwortung beweist sich dann, wenn man bereit ist, über das eigene unmittelbare Interesse hinaus zu handeln.“ Dieses Zitat stammt von Ihnen und wir – das Bürgernetzwerk „Merret reicht´s“ – teilen Ihre Auffassung. Seit Jahrzehnten erleben viele Insulaner und ihre Gäste den Raubbau an der Insel Sylt. In der Folge hat sich Politikverdrossenheit und Ohnmacht etabliert. Wir wollen nicht länger schweigend zusehen, wie die Inselnatur und die hier lebende Gemeinschaft am „immer mehr“ des touristischen Wachstums zugrunde geht. Seit einem Jahr arbeiten wir uns in Ursachen und Folgen von Dauerwohnraummangel, ökologische Übernutzung, Verkehrskollaps und Overtourismus unserer Heimatinsel ein. Sylt darf nicht länger eine Goldgrube für andere sein, nicht für Kapitalanleger, die in Sylter Betongold investieren, und schon gar nicht für das Land Schleswig Holstein oder den Bund selbst ( Grunderwerbssteuer und Erbschaftssteuer sind nur …

Jörnsson feat. BenniBoy: Der „Merret“-Sommersong geht raus in die Welt!

Das Sylter Bürgernetzwerk „Merret reicht’s“ feiert am 9. Juli seinen 1. Geburtstag MIT EINEM NEUEN SONG! Wie es sich für diesen Anlass gehört – gibt’s zum Festtag nicht nur Friesentorte, sondern auch ein Ständchen – als Geschenk an die Insel und an alle, die dieses Lied genauso mögen wie wir. „Aus Liebe zu Sylt!“ heißt der Song – passend zum Leitsatz des Bürgernetzwerkes. Ernste Insel-Themen werden für diesen Song in fluffig-groovige Sommer-Rhythmen gebettet. Der perfekte Sound zum Sylter Sommer – süß wie ein Eis am Strand, frisch wie ein Bad in den Wellen, bunt wie der Himmel nach einem Sonnenuntergang – und inhaltlich kritisch, wie es sich für Sylt im Sommer 2021 gehört. Ein Song mit eindeutiger Hitqualität, für den viele kreative Locals gemeinsame Sache gemacht haben: *Die Sylter Musiker-und-Krimi Legende „Jörnsson“, alias Jörn Ingwersen, hat wie schon beim Biike-Lied im Februar den Song komponiert, arrangiert, sämtliche Instrumente eingespielt und den Film geschnitten. *Nachwuchs-Rapper BennyBoy alias Ben Kliewer ist gesanglich mit von der Partie. *20 Sylter*innen aller Generationen probten in der Reithalle der Volquardsens in …

„Es reicht!“ – „Wer gibt uns eine Stimme?“- 1 Jahr Merret reicht´s

Vor einem Jahr machte Birte Wieda ihrem Herzen Luft. Das hatte Konsequenzen. Ihr Leserbrief in der Sylter Rundschau – Nachrichten für die Insel Sylt führte zur Gründung des Bürgernetzwerks. Seitdem ist viel passiert. Es war nur ein Leserbrief, aber der hatte es in sich. Vor einem Jahr, am 15. Juni 2020, machte die Keitumer Goldschmiedin Birte Wieda ihrem Herzen Luft, indem sie ihre Enttäuschung über einen Besuch des Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) auf der Insel Sylt in scharfe Worte fasste. Birte Wieda kritisierte, dass der Regierungschef bei diesem ersten Besuch nach dreijähriger Amtszeit kein Ohr für die Bevölkerung hatte, sondern sich ausschließlich die Klagen einer „durch nichts legitimierten Abstimmungsrunde“ aus Wirtschaft, Marketing und ein paar Bürgermeistern anhörte, die nach zwölf Wochen Lockdown finanziellen Ausgleich forderte. Das brachte Birte Wieda auf die Palme, sie fühlte sich und ihr Umfeld nicht vertreten. „Jetzt wissen wir Dank Corona wieder, was Ruhe ist, wie Stille Wunderbares in uns bewirkt und wie bezaubernd Leere sein kann“, schrieb sie damals. „Ich und viele andere wollen nicht mehr zu dem „Übervollen“ und …

Merret erledigt Job der Gemeinde Sylt und erstellt Neubaustatistik

Es ist schon befremdlich, dass wir als Bürgerinitiative aktiv werden müssen, um einen Überblick zu den genehmigten Bauvorhaben in der Gemeinde Sylt im Jahr 2020 zu erhalten. Die Verwaltung selbst verfügt nach eigener Aussage über keinen solchen Datensatz. Die vollständige Liste wurde Bürgermeister Häckel am Mittwoch im Rathaus übergeben. „Wir würden uns wünschen, dass künftig die Verwaltung diese aufwendige Arbeit weiter führt, was und wie viel an welcher Stelle gebaut wird. So ließe sich dann auch der Verlust von Dauerwohneinheiten, durch Rückkopplung mit dem Melderegister besser dokumentieren“, erklärte Birte Wieda, die Gründerin des Bürgernetzwerks „Merret reicht’s – aus Liebe zu Sylt“.  Die Politik müsse solche Daten bekommen, um in Zukunft besser entscheiden und planen zu können. „Es kann nicht sein, dass es das Bürgernetzwerk braucht, um zusammenfassend zu dokumentieren, was an Baumaßnahmen in unseren Gemeinden beschlossen wird“, ergänzt Wieda.“ Merret“ wertete in mühevoller, ehrenamtlicher Arbeit zahlreiche  Protokolle von Januar 2020-Oktober 2020 aus. Hier das Ergebnis: Der Bauausschuss der Gemeinde Sylt genehmigte in 2020 135 Neubauten und 149 Ferienwohnungen im Gemeindegebiet. Die KommunalpolitikerInnen stimmten dem Abriss …

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Wer genau wird Millionär im Sylter Immobilien-Poker? Stell dir vor, du sitzt bei Günter Jauch und bist bis zur 1 Million Euro Frage gekommen. Die zielt auf den Sylter Immobilienhandel ab ( im Vergleich zur Ferienvermietung und zum Baugewerbe, den anderen beiden wichtigen Wirtschaftszweigen der Insel) Für die Beantwortung gibt er dir zwei Tipps: Auf Sylt werden jährlich rund 250 Millionen Euro durch Ferienvermietung umgesetzt und im Baugewerbe sind es ebenfalls rund 250 Millionen Euro. Wie hoch, lieber Kandidat ist der Umsatz der Immobilienwirtschaft auf Sylt? Ebenfalls 250 Millionen? Oder 420 Millionen? Oder 800 Millionen? Bingo! Es sind 800 Millionen Euro! Und man darf staunen: 52 Millionen Euro fallen dabei für das Land ab (bei 6,5% Grunderwerbsteuer) Das Unglaublichste aber wird deutlich, wenn man die Zahl in Relation setzt: In Schleswig-Holstein beträgt das Gesamtaufkommen der Grunderwerbsteuer 735 Millionen, diese Summe wird auf einer Fläche von 15.763 Quadratkilometern erwirtschaftet (so groß ist unser schönes Land nämlich) Nun wissen wir Sylter, dass unsere Insel die Größe von 99 Quadratkilometern hat. Was folgt daraus? Die Insel Sylt  erwirtschaftet  …

Merret macht ViKo!

Merret trifft sich erstmalig wieder in grosser Runde- natürlich Online Erstmalig in diesem Jahr kommen das Bürgernetzwerk mit seinen ganz aktiven wieder in grosser Runde zusammen. Corona hatte solche Treffen bislang verhindert, aber jetzt ist Merret soweit mit Technik versorgt, dass ein Videotreffen online mit mehr als 30 Personen möglich wird. Um 19 Uhr geht es los- Merrets erste Videokonferenz im grossen Stil!

Liebe Sylterinnen und Sylter, liebe Freundinnen und Freunde, denen diese Insel am Herzen liegt, Sylt wird nicht größer. Sylt wird kleiner. Die Nordsee nimmt sich jedes Jahr ihren Teil. Aber auch die Menschen greifen zu. Man hat das Gefühl, dass Sylt verliert. Jeden Tag ein Stück mehr. Seine Wiesen, seine Gärten, seine alten Häuser, seine Weite, seine Bewohner, seine Lebenslust. Sylt verliert, was es so einzigartig macht – seine Identität. Ich selbst bin auf Sylt aufgewachsen und betreibe seit 27 Jahren eine kleine Goldschmiede in meinem Heimatort Keitum. Auch meine Tochter ist hier groß geworden. Nun bin ich zunehmend von leeren Häusern umgeben. Der Corona-Lockdown zeigte es besonders deutlich, 80 Prozent der Häuser und Wohnungen in meiner direkten Umgebung sind unbewohnt. Und es wird immer weiter verkauft, gebaut und verdichtet. Jede noch so kleine Lücke wird ausgenutzt für neue Eigentumswohnungen, Hausscheiben, Ferienapartments, die dann wieder für den Gästebetrieb und Zweitwohnungsbesitz reserviert sind, der ansässigen Bevölkerung nicht zur Verfügung stehen. Jedes Jahr verliert die Insel 100 Wohnungen und Häuser, in denen Einheimische gelebt haben. Das soziale …

Leserbriefe und Repliken

Leserbrief in der Sylter Rundschau zu: Sylter Kaufleute fordern Hilfe Am 8.3. fand sich ein interessanter Bericht in der Sylter Rundschau. Die Sylter Unternehmer planen nichts Geringeres als „einen Zuwachs an Wertschöpfung“. Ab November soll unsere Insel die „Weihnachtsinsel Sylt“ werden. Insbesondere Westerland soll als „zauberhaftes Winter Wunderland“ illuminiert werden, und so viele Gäste anziehen, dass die Corona-Einbußen hoffentlich aufgefangen werden. Gesamtkosten für ein jährlich stattfindendes Lichtspektakel betragen geschätzte 500.000.- €, die sich im Laufe der kommenden Jahre amortisieren  werden. Ein Vorschlag, den man mehrmals lesen muss, um ihn in Gänze zu begreifen. In den letzten Monaten wurde sehr deutlich, dass die Mehrzahl der Bewohner das nicht mehr will. Kein Mehr an Gästen, kein Mehr an Unruhe, kein Mehr an Verkehr. Nachzulesen in der von der Sylt Marketing Gesellschaft in Auftrag gegebenen Analyse und zu erkennen an der Tatsache, dass Bürgernetzwerke wie „Merret reicht´s“ regen Zulauf haben. Auch die Bürgermeisterwahl zeigt deutlich, dass die konservativen Wahlprogramme, die den Autoverkehr nicht in seine Schranken weisen will und der Landesregierung beim weiteren Ausbau des Tourismus folgen,  einfach keine …